: Die Reise in das Land ohne Wiederkehr

Die Reise in das Land ohne Wiederkehr

Das Motiv der Hadesfahrt im klassischem Epos und der modernen englischen und amerikanischen Abenteuererzählung

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 46

Hamburg , 534 Seiten

ISBN 978-3-8300-0004-4 (Print)

Zum Inhalt

Die Autorin untersucht das literarische Motiv der Hadesfahrt und die Darstellung des Höllischen in Erzählwerken der englischen und amerikanischen Moderne und weist die Wirkung eines Motivkomplexes auf Einzelwerke nach.

Auf der Grundlage einer Definition der ursprünglichen Motivstruktur und ihrer Varianten anhand der Darstellung im klassischen Epos, Homers „Odyssee“, Vergils „Aeneis“, Ovids „Metamorphosen“ und der erste Teil von Dantes? „Göttlicher Komödie“, „Inferno“, werden ausgewählte Werke des Genres der Abenteuer- und Reiseerzählung anhand einer kontrastiv-vergleichenden Interpretation untersucht.

Die Ausführungen weisen sowohl das konstante Erscheinen des tradierten Motivmusters und seiner Inhalte im modernen Abenteuerroman nach, als auch seine Wandlung und Säkularisierung, die Herauslösung des Motivs aus dem religiös-mytischen Kontext bei gleichzeitigem Erhalt seiner Strukturen. Es erfolgt eine Aufhebung des epischen Diesseits-Jenseitsgegensatzes, sowie die Neukonstituierung von Gegenwelten innerhalb der diesseitigen Realität.

Zugleich wird das Phänomen der Durchdringung der Opposition erkennbar. Der Begriff der Unterwelt löst sich von der Ortsvorstellung. Die tradierten Bilder von Hölle und Hadesfahrt werden zur Metapher für den Zustand des autonomen Menschen, den Verlust seiner Identität, seines Daseins und seiner Ananymität in einer ihm fremd gewordenen Welt. Uns begegnet in den modernen Erzählungen das Phänomen der Genese der Hölle in Welt und Psyche. Die Aufhebung der Vertikalität, der Vorstellung des Inferno, der Hölle in der Tiefe, ist ein weiteres Kriterium der Wandlung des Motivs in der Moderne. Dabei wird die Erde selbst zum Strafort, so dass eine Annäherung von Lebens- und Todessphäre erfolgt.

Der Gang in die Hölle wird für die Protagonisten zum Realitätsverlust. Die Hadesfahrt ist die Metapher für den Übergang vom Alltäglichen zum Geheimen, die Vision des Unbekannten, die Flucht aus dem Leben und die Vision der Vergangenheit.

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