Forschungsarbeit: Wilhelm Haller – Bauen zwischen Tradition und Klassischer Moderne

Wilhelm Haller – Bauen zwischen Tradition und Klassischer Moderne

EX ARCHITECTURA – Schriften zu Architektur, Städtebau und Baugeschichte, Band 18

Hamburg , 200 Seiten

ISBN 978-3-339-12220-9 (Print)
ISBN 978-3-339-12221-6 (eBook)

Zum Inhalt

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Zwischen den Weltkriegen setzte eine große Individualisierung der Architektursprache ein. Eine Reformschule wie das „Bauhaus“ in Deutschland und Künstlergruppen wie „De Stijl“ im niederländischen Leiden, die Wiener Werkstätte, Designer, Künstler und Architekten der „Werkbund“-Netzwerke im deutschsprachigen Raum führten neue künstlerisch-gestalterische Dialekte in das Design und die Architektur ein.

Der aus Schlesien stammende Wilhelm Haller (1884–1956) folgte mit seinem heterogenen Werk den von diesen Reformbewegungen gesetzten Trends. Er selbst gehörte zu keiner der genannten Reformgruppen. Mit seinen Entwürfen, Schriften und Bauwerken tritt er heute als aufmerksamer Beobachter seiner Zeit an uns heran. Sein zentrales Bauwerk ist die 1938/39 im Zuge der Novemberpogrome zerstörte Einsegnungshalle für die Israelitische Religionsgemeinde im Norden von Leipzig. In diesem eindrucksvollen Friedhofsgebäude vereint Haller jüdische Tradition, synagogalen Zweck und eine reichhaltige Formensprache aus der europäischen Kulturhistorie mit der modernen Sprache seiner Zeit.

In der 2006 an der Universität Leipzig am Institut für Kunstgeschichte eingereichten und im Pandemiejahr 2020 neu strukturierten und aktualisierten Magisterarbeit gelingt es dem Autor sowohl die historischen Traditionslinien des sephardischen und chassidischen Judentums am Bauwerk zu diskutieren als auch dieses Gebäude innerhalb der verschiedenen Strömungen der Klassischen Moderne einzubetten. Des Weiteren stellt Daniel Thalheim vermeintliche Stil- und Epochenbegriffe, wie Art Déco und Bauhaus, für die Trauerfeierhalle anhand einer spannenden Quellen- und Literaturdiskussion in Frage und verortet Wilhelm Hallers spätes Schaffen in die vom Architekt selbst favorisierte Bezeichnung „Organisches Bauen“.

Indem der Autor Hallers Biografie und Werk vom späten Deutschen Kaiserreich bis nach Palästina nachzeichnet, fügen sich die Diskussionen um das Wesen der Feierhalle in eine Publikation ein, die einer Monografie ähnelt.

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