Dissertation: Optimierung und Evaluation des Gruppenpuzzles als kooperative Unterrichtsmethode im Mathematikunterricht der Primarstufe

Optimierung und Evaluation des Gruppenpuzzles als kooperative Unterrichtsmethode im Mathematikunterricht der Primarstufe

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 198

Hamburg 2020, 174 Seiten
ISBN 978-3-339-11648-2 (Print), ISBN 978-3-339-11649-9 (eBook)

Elliot Aronson, Gruppenarbeit, Gruppenpuzzle, Kooperative Kompetenzen, Kooperativer Unterricht, Lehrerinitiierte Interventionen, Mathematikunterricht, Pädagogische Psychologie, Primarstufe, Schülerzentrierter Unterricht, Unterrichtsforschung

Zum Inhalt

Kooperative Unterrichtsformen sollen - im Vergleich zum lehrergeleiteten Unterricht - günstigere Auswirkungen auf Lernerfolg und Motivation der Schülerinnen und Schüler erzeugen sowie kooperative Kompetenzen trainieren. Herkömmliche Gruppenarbeit führt jedoch nicht immer dazu, dass die Lerner effektiv zusammenarbeiten. Die von Aronson, Blaney, Stephan, Sikes und Snapp (1978) entwickelte kooperative Lehrmethode des Gruppenpuzzles soll durch strukturierende Maßnahmen eine effektive Kooperation fördern.

Eine Besonderheit dieser deutschsprachigen Studie ist, dass im Sinne einer hohen ökologischen Validität die Gruppenpuzzle-Methode von den Lehrkräften selbst durchgeführt und im regulären Geometrieunterricht der Primarstufe mit lehrergeleitetem Unterricht verglichen wurde. Die Ergebnisse der Studie beleuchten, inwieweit es den Lehrkräften gelingt, die Kontrolle über die Wissensvermittlung an die Lernenden abzugeben.

Für die Untersuchung konnten vier Grundschulen mit insgesamt elf vierten Klassen im Rhein-Main-Gebiet gewonnen werden, so dass insgesamt 226 Grundschüler untersucht werden konnten. Neben dem unmittelbaren und langfristigen Lernerfolg wurde auch die Motivationsentwicklung der kooperativ und lehrerzentriert unterrichteten Kinder verglichen. Außerdem wurde die Entwicklung der kooperativen Kompetenzen der Gruppenpuzzlelerner sowie das Interventionsverhalten der Gruppenpuzzle-Lehrkräfte beobachtet.

Die Ergebnisse der Studie sprechen dafür, dass es den Grundschüler mit der Gruppenpuzzlemethode gelingt, in einer sehr eigenständigen Art und Weise gut elaboriertes und nachhaltiges Wissen zu erwerben. Zudem konnte beobachtet werden, dass sich die tutoriellen Kompetenzen der Lernenden mit zunehmender Gruppenpuzzle-Erfahrung verbessern. Die Unterrichtsbeobachtungen zeigen außerdem, dass es den Gruppenpuzzle-Lehrkräften gelingt die Kontrolle über die Wissensvermittler an die Schüler abzugeben.



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