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Verlagsprogramm

Magisterarbeit: Plagiate in Hausarbeiten

Plagiate in Hausarbeiten

Erklärungsmodelle mit Hilfe der Rational Choice Theorie

Mit einem Vorwort von Andreas Diekmann

SOCIALIA - Studien­reihe soziolo­gische Forschungs­ergebnisse, Band 88

Hamburg 2007, 298 Seiten
ISBN 978-3-8300-3068-3

Rezensionen

, 05. Januar 2007

» "[...] Neun von zehn Studenten sind grundsätzlich bereit, fremdes geistiges Eigentum als das eigene auszugeben. Rund 56 Prozent aller Studienanfänger hatten bereits bei schriftlichen Schulaufgaben Plagiate angefertigt. Von den Studierenden, die bereits eine Hausarbeit geschrieben hatten, gaben 23 Prozent zu, plagiiert zu haben", sagt Sattler. [...] «

, 18.10.2006

» Schamlose Generation Internet
Sebastian Sattler glaubt nicht mehr an das Gute im Studenten: Für seine Abschlussarbeit fragte er Kommilitonen, ob sie für Hausarbeiten unerlaubt fremde Texte kopieren würden. 90 Prozent sagten Ja. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt er, wieso daran auch die Schule schuld sei. [...] «

, 2/2008

» Wie verbreitet sind Plagiate unter Studenten? Warum sind die einen bereit, ein Plagiat anzufertigen und die anderen nicht? Welche Folgerungen lassen sich für eine "saubere" wissenschaftliche Praxis ziehen? Diesen Fragen geht Sebastian Sattler in seinem Buch "Plagiate in Hausarbeiten" differenziert und umfassend nach. Empirische Untersuchungen, spezielle Theorien und Methoden führen den Autor zu fundierten Antworten. [...] «

, 1/2009

» [...] Im universitären Alltag werden Plagiate in Hausarbeiten vor allem seit der Verbreitung digitaler Medien häufiger problematisiert. Jedoch wurden bislang hauptsächlich Vermutungen angestellt, wenn es um Qualität und Quantität der Plagiatbereitschaft und relevante Einflussfaktoren ging. [...]
Die Untersuchung von Sattler liefert detaillierte und differenzierte Ergebnisse. Aufrütteln muss dabei zum einen, dass über 90 Prozent der Befragten bereit sind, ein Plagiat anzufertigen, sowie zum anderen, dass die Dozierenden die Plagiatbereitschaft und -aktivität der Studierenden unterschätzen. [...]
Die Studie erweist sich als praxisrelevant, weil sie auf Möglichkeiten verweist, Plagiate in Hausarbeiten zu verhindern.
Die veröffentlichte Studie ist eine Überarbeitung der an der Universität Leipzig angefertigten Magisterarbeit des Autors im Fach Soziologie, für die er einen der beiden Preise für herausragende Abschlussarbeiten der Deutschen Gesellschaft für Soziologie im Jahr 2006 erhielt und auf ein nicht unerhebliches Medienecho stieß. So besticht die Arbeit auch durch die Ausgewogenheit von theoretischer Differenziertheit und sorgfältiger Methodik. Sie bereichert die wissenschaftliche Diskussion zum Thema Plagiate in Hausarbeiten und gibt ein schönes Beispiel für die gewinnbringende Anwendung einer abstrakten Theorie auf ein (leider) alltägliches Phänomen. «

, 18.01.2007

» Reinhard Hübsch im Gespräch mit Sebastian Sattler: Windige Staatsexamen - Das Plagiat an der Universität «

, 07. November 2007

» [...] Die Bereitschaft, geistige Ergüsse von anderen unter dem eigenen Namen zu verkaufen, ist offenbar gross. Unter 226 Soziologie-Studenten, die der Soziologe Sebastian Sattler von der Universität Bielefeld vor zwei Jahren anonym befragte, waren neun von zehn bereit, Plagiate anzufertigen. "Kopieren und Einfügen" ist verlockend. Etwa vier Tage Arbeit sparen sie so, schätzen die Studenten in Sattlers Umfrage. [...] «

, 19.11.2006

» [...] Ein großes Raunen ging durch die Kasseler Stadthalle, als der Soziologe Sebastian Sattler auf dem 33. Soziologiekongress im Oktober dieses Jahres [...] ausgezeichnet wurde. "Plagiate in Hausarbeiten" lautete der Titel seiner Arbeit - eine Problematik, die den meisten Hochschulprofessoren offenbar nicht völlig fremd war. [...] «

, 23.01.2008

» [...] Zweifelhaft ist daher laut Sattler auch, ob die Zahl der Plagiate wirklich rückläufig ist [...] er [...] stellte überrascht die hohe Bereitschaft zum Abschreiben fest. "Mit 90 Prozent sollte man nicht rechnen, da war ich optimistischer", sagt er. [...] «

, (Professor für Soziologie an der ETH Zürich)

» Wer sich umfassend über studentische Plagiate, die Anwendung der Rational-Choice-Theorie auf die Erklärung von Plagiaten, neue empirische Befunde und Maßnahmen zur Prävention von Plagiaten interessiert, dem sei die umfassende und sachkundige Studie von Sebastian Sattler empfohlen. «

:

» Im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit keine vergleichbare Untersuchung. «

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Zum Inhalt

Plagiate in Hausarbeiten stellen ein großes Problem dar. Sie verletzen einerseits die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis und können andererseits das Ansehen der Universitäten und die Reputation ihrer Mitarbeiter und Absolventen belasten. Einzelfälle lösen immer wieder ein breites mediales Echo und kollektive Entrüstung aus. Diese Einzelfälle führen häufig zum Generalverdacht aller Studierenden (Stichwort: "Copy-And-Paste-Generation"). Fundierte Daten, die diesen Schluss nahe legen, findet man in Deutschland kaum.

Nach einer einführenden Diskussion des Problems "Plagiate" und seiner besonderen Relevanz beantwortet der Autor die drei zentralen Fragen der Plagiatforschung:

1. Wie verbreitet sind Plagiate?
2. Warum entscheiden sich Studierende für oder gegen ein Plagiat?
3. Welche Maßnahmen helfen gegen Plagiate?

Das Buch verquickt auf besondere Weise Theorie und Methode. Da die Frage nach Plagiaten besonders heikel ist, kommen spezielle methodische Techniken (z. B. Randomized-Response Technique) zum Einsatz, um die Plagiatbereitschaft bei der Befragung von Studierenden möglichst genau zu erfassen. Im theoretischen Teil werden mit Hilfe der Rational Choice Theorie, ökonomischer Theorien der Kriminalität und der Theorie geplanten Handelns von Ajzen verschiedene Einflüsse des sozialen Umfeldes (z. B. Normen im sozialen Netzwerk) sowie Merkmale und Eigenschaften der Studierenden (z. B. Risikoneigung) modelliert. Zudem wird diskutiert, wie sich die Rational Choice Theorie messen und überprüfen lässt. Direkte Modelltests werden indirekten Test gegenübergestellt.

Zu welchen Ergebnissen kommt das Buch? Einige Auszüge: Neun von zehn Befragten sind bereit, geistiges Eigentum ohne entsprechende Kennzeichnung in ihre Hausarbeiten zu übernehmen. Jeder Zehnte kann sich vorstellen, mehr als ein Viertel seiner Arbeit zu übernehmen. Plagiatoren werden selten erwischt. Sie sind in besonderem Maße bereit, in Zukunft wieder ein Plagiat anzufertigen. Kosten-Nutzen-Einschätzungen spielen eine wichtige Rolle. Neben der quantitativen Hauptuntersuchung werden auch Ergebnisse einer Dozentenbefragung, von leitfadenstrukturierten Interviews mit Studierenden und von Plagiattests mittels Plagiatsoftware präsentiert. Der bisherige Stand der theoretischen und praktischen Debatten wird auch mittels des breiten Überblicks über die deutsche und internationale Literatur wiedergegeben. Welche Konsequenzen sich aus der Studie ergeben, wird abschließend diskutiert. Hier liefert der Autor mehrere Vorschläge. Dabei werden auch der Einsatz von Plagiatsoftware und die sich daraus ergebenden Probleme erörtert.

Das Werk berührt verschiedene Fragen der Kriminalitäts-, Bildungs- und Wissenschaftsforschung, aber auch spezifische Fragen, die mit der Anwendung der Rational Choice Theorie verbunden sind. Das Buch richtet sich besonders an Studierende, Hochschullehrer, Lehrer, Ombudsmänner bzw. Integritätsbeauftragte, Mitarbeiter von Bildungs- und Forschungsinstitutionen sowie Journalisten.

Link des Autors

www.uni-bielefeld.de

    

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