: Europäische Essays, Band 1

Europäische Essays, Band 1

POLITICA – Schriftenreihe zur politischen Wissenschaft, Band 17

Hamburg 1995, 244 Seiten
ISBN 978-3-86064-364-8 (Print & eBook)

berufsspezifische Weiterqualifikation, Bildungspolitik, Centrum für Europäische Studien, CEUS, Europa, Europastudien, Evaluationskriterien, Gestaltung Europas, Politikwissenschaft

Zum Inhalt

Aus Anlaß des 40jährigen Bestehens des Europa–Kollegs der Universität Hamburg trafen sich zu einem Erfahrungsaustausch Vertreter verschiedener (halb)universitärer Einrichtungen, die Studiengänge mit Europabezug anbieten. Zwei Grundkonzeptionen wurden dabei sichtbar: Vermittlung berufsspezifischer Weiterqualifikationen in Sachen Europa als (kommerzialisiertes) Dienstleistungsangebot von Universitäten oder ihnen angegliederten Institutionen einerseits und Entwicklung eines vertieften Verständnisses für Europa bzw. genauer für europäische Entwicklungsprobleme auf breitgefächerter Basis als universitäre Bildungsaufgabe.

Diese sicherlich plakative Unterscheidung verweist mit Nachdruck auf ein Dilemma von Bildungspolitik in Deutschland. Nach Effizienzgesichtspunkten ausgerichtete Bildungspolitik bezieht sich auf kurzfristig meßbare Resultate - vornehmlich unterökonomischen Gesichtspunkten; insofern sind erstgenannte Studienangebote schon dann erfolgreich, wenn sie keine zusätzlichen Kosten verursachen.

Welche Evaluationskriterien bieten sich jedoch für Studiengänge an, die - wie der nun seit 6 Jahren bestehende Zusatzstudiengang Europastudien an der Rheinisch–Westfälischen Technischen Hochschule Aachen - auf breitgefächerter wissenschaftlicher Fundierung die verschiedenen Dimensionen der Gestaltung Europas analysieren und so ein Verständnis für Europa forcieren wollen, wenn das, was als Erfolg zu bewerten ist, vielleicht erst in ferner Zukunft sichtbar werden kann.

Ein sicherlich brauchbares Kriterium ist hier wohl das Engagement für derartige europawissenschaftliche Ausrichtung von Studierenden, vor allem aber der Absolventinnen und Absolventen dieses Studienganges. Engagement heißt hier vor allem Eigeninitiative.

Schon kurz nach erfolgreichem Abschluß des Studiums gründeten einige Examinierte das Centrum für Europäische Studien (CEUS) mit Sitz in Köln, das als eine Wissenstransferstelle für europabezogene Fragestellungen fungiert und nunmehr den ersten Jahrgangsband “Europäische Essays” vorlegt, zu dem auch im Studiengang Lehrende einen Beitrag leisteten.

Wie es sich für einen europabezogenen Essayband gehört, ist die thematische Ausrichtung recht bunt. Selbstverständlich gibt es Beiträge zu einem der europäischen Grundprobleme, dem europäischen Agrarsektor (Tiraje Demirelli, Gisela Mevissen, Björn W. Paape).

Freilich werden auch Fragestellungen aufgegriffen, die sich mit dem Verhältnis zu europäischen Staaten außerhalb der derzeitigen Union befassen (Manfred A. Dauses, Klaus Dorner und Björn W. Paape, Marcus Sommerhalder, Arsene Verny). Aber auch eher auf die “innere” Entwicklung der Europäischen Union ausgerichtete Themen sind hier versammelt (Klaus Dorner, Margit Pronko und Gisela Mevissen, Bernhard Stahl und Dirk von der Heide). Zudem werden in europäischen Bezug gesellschaftliche Dauerprobleme - wie ethnische Minoritäten und die Benachteiligung von Frauen - von Gerit Langenberg–Pelzer und Myriam J. Menter thematisiert.

Die Beiträge sind zwar bestimmten Wissenschaftsdisziplinen zurechenbar, dennoch bleiben sie im strengen Sinne diesen nicht kanonmäßig verhaftet, sondern öffnen den Weg für eine interdisziplinär ausgerichtete Blickrichtung auf Europa.



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