: Die Rolle von Mentalität und arbeitsbezogenen Wertstrukturen in Transformationsgesellschaften

Die Rolle von Mentalität und arbeitsbezogenen Wertstrukturen in Transformationsgesellschaften

Eine vergleichende Studie über kulturelle Werte, Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit in ostdeutschen, polnischen und westdeutschen Unternehmen

SOCIALIA – Studienreihe soziologische Forschungsergebnisse, Band 10

Hamburg , 392 Seiten

ISBN 978-3-86064-351-8 (Print)

Zum Inhalt

Sind Menschen, die jahrzehntelang im sozialistischen System gelebt haben tatsächlich „anders“ als Menschen , die in marktwirtschaftlich organisierten Gesellschaften gelebt haben? Diese Frage wird von vielen Praktikern und Journalisten oft aufeinem recht impressionistischen Niveau bejaht - zu recht? Halten diese vorurteilsähnlichen Hypothesen einerwissenschaftlichen, empirischen Überprüfung stand?

Der Autor kommt in seiner Analyse zu teilweise überraschenden Ergebnissen, die viele der langläufigen, pauschalen Meinungen widerlegen. Mit 1.850 Befragten in zehn Unternehmen Ostdeutschlands, Polens und Westdeutschlands ist die Datenbasis für derartige Untersuchungen sehr umfangreich.

Unsicherheitsvermeidende Tendenzen sind im vergleichsweise prosperierenden Westdeutschland kaumminder stark ausgeprägt als in den Transformationsgesellschaften: Risikobereitschaft scheint zunehmend auch im Westen Deutschlands zu fehlen. Die empirisch gemessende Leistungsbereitschaft scheint in Ostdeutschland eher höher zu sein als in Westdeutschland. Soziale Werte scheinen in den ehemaligen sozialistischen Gesellschaften eine deutlich geringere Relevanz zu haben als vielfach vermutet; so sind sie in Polen - wo sich die Menschen nicht auf soziale Sicherungssysteme verlassen können - sogar schwächer ausgeprägt als in Westdeutschland.

In seiner umfangreichen und sorgfältigen Studie rekurriert der Autor auf die aktuelle wirtschaftspsychologische Theorie. Doch macht er an diese Stelle nicht halt, er versucht auch Konsequenzen für das Handeln von Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zu ziehen. Angesichts der Tatsache, dass „Human Capital“ immer stärker als zentraler Produktionsfaktor erkannt wird, sind seine Hinweise womöglich auch geeignet, bei der Umsetzung von Investitionen in Transformationsländern stärker auf die Bedürfnisse und Befindlichkeiten der Menschen eingehen zu können.

Wohl auch aufgrund der Tatsache, dass der Autor in der Kreditanstalt für Wiederaufbau für die Umsetzung des Beratungsprogramms der Bundesrepublik Deutschland in der Russischen Föderation zuständig ist, verliert er niemals den Blick für die Realität und das ökonomisch Machbare.

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