Doktorarbeit: Familienleitbilder

Familienleitbilder

Die sozialethische Dimension des Leitbildes für die Institution Familie

Studien zur Familienforschung, Band 14

Hamburg , 512 Seiten

ISBN 978-3-8300-1627-4 (Print)

Rezension

[...] Wer in Recht, Ethik, Politik und Gesellschaft ein Familienleitbild vertritt (und das tut jeder, der sich in diesen Kontexten zu Fragen von Ehe und Familie äußert), kann dem Buch von Michael HEUT wichtige Informationen entnehmen.
in: De processibus matrimonialibus, DPM 12/2005

Zum Inhalt

Familie gehört zu den Wirklichkeiten, auf die in der Theologie mit am häufigsten Bezug genommen wird. Dennoch ist sie innerhalb der Sozialethik erstaunlich selten Gegenstand monographischer Untersuchungen. Ein Grund hierfür liegt darin, daß die Familie lange Zeit als ein ausschließlich der individuellen Argumentation zugewiesener Bereich verstanden wurde, in dem es um die Gewichtung und Wertung der realen Handlungsalternativen des einzelnen ging. Indem diese Arbeit die Familienleitbilder als Untersuchungsgegenstand hat, macht sie auf das Phänomen aufmerksam, daß die mit der Familie verbundenen Erwartungen, den in der Familie zugewiesenen Rollen und Aufgaben auch stark von kollektiven Einstellungen, Präferenzen und Denkmustern beeinflußt sind. Dabei bekommt die Arbeit ihre besondere Akzentuierung, indem sie die aus der sozialwissenschaftlichen Literatur herausgearbeiteten Familienleitbilder zum einen in Bezug zum Familienbild des Zweiten Vatikanischen Konzils und zum anderen zur ökonomischen Theorie der Familie des Nobelpreisträgers Gary S. Becker setzt, deren Ausgangspunkt der seinen Nutzen maximierende homo oeconomicus ist.

Die Arbeit besteht aus drei weitgehend selbständigen Teilen und einer abschließenden Reflexion. Der erste Teil untersucht das Phänomen des sozialen Leitbildes. Nach einer Begriffsgeschichte des Begriffes „Leitbild“ wird anhand verschiedener soziologischer Ansätze der Institutionstheorie herausgearbeitet, was soziale Leitbilder sind.

Der zweite Teil setzt sich mit den Familienleitbildern auseinander. Hier wird ausgehend vom antiken oikos die Begriffs- und Vorstellungsgeschichte der Familie bis in die Gegenwart nachgezeichnet. Daß dieses Wissen von der Geschichte der Familie unabdingbar ist, um dem Phänomen Familie gerecht zu werden, zeigt der darauf folgende Abschnitt über die im Verlauf der Familiensoziologie entstandenen „Mythen“ und Ideologien. Die anschließende Darstellung der „Versuche einer Definition von Familie“ spiegelt nochmals die kollektiven Einstellungen darüber wider, was Familie ausmacht, was sie von anderen Sozialformen abgrenzt und welche Funktionen ihr von der Gesellschaft zugeschrieben werden. Hierauf folgt die Herausarbeitung des Familienleitbildes des Zweiten Vatikanischen Konzils und desjenigen der Familienberichte der Bundesregierung.

Der dritte Teil widmet sich der Darstellung und Diskussion der Familienökonomik. Ausgehend von der ökonomischen Analyse der Familie von Gary S. Becker wird hier einerseits untersucht, inwieweit der ökonomische Ansatz familiales Verhalten erfassen kann und andererseits der Frage nachgegangen, ob der ökonomische Ansatz auch Auswirkungen auf die Familienleitbilder in der Lebenswelt hat.
Zum Schluß der Arbeit werden aus den gewonnenen Erkenntnissen Schlußfolgerungen für die christliche Sozialethik gezogen.

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