Forschungsarbeit: Die Zeichen des Körpers und der Liebe

Die Zeichen des Körpers und der Liebe

Paris und Vienna in der jiddischen Fassung des Elia Levita

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 50

Hamburg 2000, 104 Seiten
ISBN 978-3-8300-0223-9 (Print)

Elia Levita, Frühe Neuzeit, jiddische Literatur, Liebeskonzeption, Literaturwissenschaft, Paris und Vienna, Pieree, Romanpoetik, Spätmittelalter

Zum Inhalt

Der jiddische Liebes- und Abenteuerroman „Paris un Wiene“, verfasst vermutlich von dem Hebraisten Elia Levita um die Mitte des 16. Jahrhunderts, zählt zu den geistreichsten, ästhetisch anspruchvollsten Erzähltexten der Frühen Neuzeit und ist zugleich das Produkt einer einzigartigen Kultursymbiose. Erst vor kurzem ist er dank einer Transkriptions-Edition allgemein zugänglich gemacht worden.

Die Studie von Armin Schulz ist komparatistisch angelegt. Ihren Hintergrund bilden u.a. andere Fassungen des weitverbreiteten Stoffes (französisch, italienisch, mittelniederdeutsch), die Gattungstradition des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Liebes- und Abenteuerromans sowie die deutschen Prosaromane des 16. Jahrhunderts. Das Interesse richtet sich zunächst auf die Poetologie des Textes: auf die Inszenierung von Fiktionalität, auf die raffinierte Selbstthematisierung des Erzählvorganges und der Erzählerfigur, die erkennbar nach dem Vorbild Ariosts entworfen ist. Die zweite Hälfte der Untersuchung ist dem Projekt einer „Historischen Anthropologie“ verpflichtet; es geht hierbei um die im Text entworfenen Konzeptionen von „Liebe“, „Körper“, „Identität“ und „Wahrnehmung“ und deren Verortung in der zeitgenössischen Literatur.

Zum Autor

Armin Schulz hat eine größere, erzähltheoretisch angelegte Studie über die spätmittelalterliche Minne- und Aventiureepik veröffentlicht (Poetik des Hybriden, Berlin 2000 [Philologische Studien und Quellen 161]) sowie eine Studie zur Personenidentifizierung in der mittelhochdeutschen Epik (Schwieriges Erkennen, Tübingen 2008 [Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters 135]). Armin Schulz ist Redakteur des „Reallexikons der deutschen Literaturwissenschaft“.



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