Doktorarbeit: Ktistai. Zu Funktion und Ikonographie mythischer und historischer Stadtgründer in der griechischen Kultur

Ktistai. Zu Funktion und Ikonographie mythischer und historischer Stadtgründer in der griechischen Kultur

Schriften zur Klassischen Archäologie, Band 5

Hamburg 2020, 606 Seiten
ISBN 978-3-339-11722-9 (Print), ISBN 978-3-339-11723-6 (eBook)

Archäologie, Delphi, Grab, Ikonographie, Ktistai, Ktistes, Kult, Polis, Stadtgründer

Zum Inhalt

Als bedeutende und relevante Protagonisten sind Stadtgründer vornehmlich in der althistorischen Forschung behandelt worden. Aber auch in archäologischen Arbeiten, hier allerdings ausnahmslos in Aufsatzform, hat die Thematik Einzug erfahren. Zumeist wurden hierbei einzelne Aspekte oder Städte betrachtet, während bei den historischen Arbeiten ein Schwerpunkt vornehmlich auf die Frage nach der Historizität bestimmter Vorgänge gesetzt wurde. Eine umfassende archäologische Studie, die Aufstellungskontexte, Repräsentationsformen und Ikonographie des Phänomens anhand der Wirkungsräume: Grab, Stadt und Panhellenisches Heiligtum untersucht und kontextualisiert, stellt aber bis heute ein Desiderat in der Forschung dar. Hierzu wird zunächst der antike Stadtgründerbegriff mittels der vorhandenen Schriftquellen definiert. Es werden sowohl die antiken Termini aufgezeigt, die eine Person als Stadtgründer kennzeichnen, als auch das Aufgabenspektrum und somit das Rollenbild, das durch antike Schriftquellen vermittelt wird. Auf diese Weise erfährt die Figur des Stadtgründers eine Charakterisierung, die zur Betrachtung des vorhandenen heterogenen archäologischen Materials herangezogen werden kann. Es stellt sich u. a. die Frage, inwiefern es möglich ist, distinktive Merkmale für die Ikonographie und die Repräsentationsorte herauszufiltern, die eine visuelle wie inhaltliche Charakterisierung des Phänomens auch anhand materieller Hinterlassenschaften erlaubt. Hierbei soll u. a. evident werden, ob bereits in der Forschung angenommene Kriterien ausreichend sind, um die Darstellung eines Stadtgründers oder ggf. ein mit diesem verbundenes Monument klar als solches zu identifizieren. Weiterführend wird zudem betrachtet, ob die herausgestellten Ergebnisse eventuell auch bei der Repräsentation von Gründern im erweiterten Sinn, wie bspw. Themistokles, angewandt bzw. übernommen wurden.

Als übergreifende Erkenntnis dieser Abhandlung lässt sich herausstellen, dass die Präsentation der Stadtgründer sowohl auf adhortative, anekdotische, zeitspezifische als auch situativ-individuelle Kompositions-Elemente fußt. Durch die Analyse der Befunde wird deutlich, dass diese in ihrer Gesamtheit ein ebenso vielschichtiges Rollen-Bild des Stadtgründers wiedergeben wie die Schriftquellen, hieran zeigt sich die Integrationsfähigkeit der Stadtgründer-Figur.

Weiteres Schlagwort: Themistokles

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