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Verlagsprogramm

Magisterarbeit: Dichtung zwischen Großstadt und Großhirn

Dichtung zwischen Großstadt und Großhirn

Annäherungen an das lyrische Werk Durs Grünbeins

POETICA - Schriften zur Litera­tur­wissen­schaft, Band 49

Hamburg 2000, 122 Seiten
ISBN 978-3-8300-0211-6

Durs Grünbein, zeitgenössische Lyrik, Großstadt, Grauzone, Schädelbasislektion, Deutsche Lyrik, Anti-Utopie, Deprivation, Literaturwissenschaft

Zum Inhalt

Durs Grünbein hat die deutsche Lyrik der letzten zehn Jahre geprägt wie kein anderer. Insofern kann es kein Schnellschuss sein, die bis jetzt vorgelegten Gedichte auf ihre Substanz hin zu untersuchen. Entlang der grundlegenden Selbstanweisung, Kontinuitäten und Dialektik der Grünbeinschen Lyrik herauszustellen, geht es darum, sich auf das Filigranwerk der Dichtung einzulassen: In welche Manöver begibt sich hier Poesie, von welcher Sprache wird sie getragen, welche Dimensionen hat das lyrische Sprechen?

Dass diese Annäherung den Titel "Zwischen Großstadt und Großhirn" trägt, ist zwei wesentlichen Konstituenten der Gedichte Grünbeins geschuldet. Von Beginn an dient der urbane Raum als Bezugssystem eines literarischen Flaneurs, dem hier der Halt verloren gegangen ist. In anti-utopischen Raumerkundungen zeichnet sich die Verstörung der Sinne im Flirren der urbanen Entropie ab. Die Großstadt ist das Hintergrundmuster für die Beobachtung von eigener und fremder Deprivation.

Inmitten zivilisatorischer Drangsal beobachtet Grünbein den Druck der Realität auf das Mentale. Das Innenleben kommt ins Spiel, um quasi als Verdoppelung der Ernüchterung zu dienen. "Was du bist steht am Rand/ anatomischer Tafeln", schreibt Grünbein, und setzt damit eine zweite Heimatlosigkeit neben den verlorenen Ort der Stadt. Das versprengte Ich erhält keinen Rückhalt durch eine etwaige Seele. Und das Gehirn wird mit dem gesamten Körper zu einem weiteren urbanen Territorium.

Das vorliegende Buch ist eine Untersuchung nicht nur dieser Aspekte. Es ist der Versuch, eine erste umfassende Darstellung der gesamten Lyrik Durs Grünbeins zu geben. Hinzugezogen wurden nahezu sämtliche Äußerungen über den Dichter, um ihre Kerngedanken für Interessenten und Wissenschaft greifbar zu machen. Wo es nötig erschien, wurde auf Biografie und äußere Umstände eingegangen. Angestrebt war, nicht nur exemplarisch zu arbeiten, sondern konzentriert die Einzelgedichte und Zyklen auf ihre distinktiven Merkmale hinsichtlich des gesamten OEuvres zu untersuchen.

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