: Das Rätsel des UKAS 43 und die Erkundung des Archipel GULAG

Das Rätsel des UKAS 43 und die Erkundung des Archipel GULAG

Studien zur Zeitgeschichte, Band 1

Hamburg , 300 Seiten

ISBN 978-3-925630-90-3 (Print)

Zum Inhalt

Der Autor dieses Buches gehört zu den wenigen Überlebenden jener Jahrgänge, die eben Schule und Lehre beendeten, als Hitlers Reichsregierung den Krieg begann, und sie für den Krieg „verbraucht“ wurden. 1944 bei Minsk in Gefangenschaft geraten, kehrte er 1955 nach Adenauers Verhandlungen in Moskau in ein ihm fremd gewordenes Deutschland zurück.
35 Jahre danach machte E. Becker die erstaunliche Entdeckung, dass es nicht an der Verschwiegenheit der Überlebenden des Krieges und der Gefangenschaft lag, wenn das Erleben der Kriegsgefangenen, die erst nach 1950 heimkehrten, bis heute keine Rolle bei der Erörterung des Krieges und seiner Folgen spielt.
In „Das Rätsel des Ukas 43“ weist E. Becker nach, dass das Auswärtige Amt durch gezieltes Handeln über das gesamte Geschehen der sogenannten Kriegsverbrecherprozesse in der Sowjetunion ein äußerst wirksames Tabu verhängt hat, das sogar jede wissenschaftliche Erforschung des Schicksals Zehntausender von Kriegsgefangenen 1949-1955 verhindert hat.
E. Becker belegt in seiner Untersuchung, in welchem Umfang der Vorwurf zutrifft, in Bezug auf das Schicksal der Kriegsgefangenen gebe es „Unterdrückung der Forschungsergebnisse“, „Geheimhaltung“ und „Tabuisierung“ von beträchtlicher Wirksamkeit.
In „Eine Erkundung des Archipel GULAG“ hat E. Becker seine Erinnerungen an das Jahr 1949/50 niedergeschrieben, als er mit unzähligen Kameraden in den Mahlstrom der stalinistischen Verurteilungsmaschinerie geriet. Seine Erfahrungen sind dadurch gekennzeichnet, dass die undurchschaubaren Verfügungen der MWD ihn über ungewöhnlich viele und entfernte Stationen des GULAG von Orel über Moskau, Kuibyschew nach Karaganda, von dort über Petropawlowsk, Swerdlowsk, Kirow nach Workuta und von dort in die Südukraine nach Dnjepropetrowsk innerhalb eines Jahres führten.
Da es E. Becker unter außergewöhnlichen Bedingungen möglich war, sich in der Oreler Gefängniszelle soviel Russisch anzueignen, dass er russische Zeitungen und Bücher zu lesen lernte und sich geläufig mit Russen unterhalten konnte, wurden ihm eine große Menge zusätzlicher Mitteilungen und Erfahrungen zugänglich. Sein Bericht erschließt eine Odyssee durch Gefängnisse und Lager des GULAG, wie sie nur wenige durchstanden, um aus der Perspektive eines deutschen Kriegsgefangenen davon Zeugnis abzulegen.

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