Doktorarbeit: Entwicklung eines Instruments zur Erfassung der Vermögensverwaltungskopetenz älterer Menschen im Rahmen von Betreuungsverfahren

Entwicklung eines Instruments zur Erfassung der Vermögensverwaltungskopetenz älterer Menschen im Rahmen von Betreuungsverfahren

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 53

Hamburg , 350 Seiten

ISBN 978-3-86064-970-1 (Print)

Zum Inhalt

Kaum eine Gruppe der deutschen Bevölkerung ist derzeit so auf ihre Vermögensverwaltungskompetenz angewiesen wie die älteren Menschen. Erstens sind unter ihnen laut Statistik die meisten Vermögenden, zweitens sind sie durch ihr hohes Alter und die damit verbundenen Gesundheitsprobleme sowie die Häufung kritischer Lebensereignisse viel schneller in Situationen, in denen die Vermögensverwaltungskompetenz reduziert sein kann. Kommen dann noch potentielle Erben ins Spiel, die Angst um das Vermögen haben, oder Gläubiger, die mit den Personen einfach nicht mehr zurecht kommen, dann ist der Weg zum Betreuungsstatus nicht mehr weit.

Das reformierte Betreuungsrecht scheint sich dieser Menschen anzunehmen. De facto hat es aber keine Instrumente parat, um die an es gestellten hohen Anforderungen zu erfüllen. Ein einfacher Demenztest und eine Anhörung von 10-40 Minuten soll eine Entscheidung ermöglichen, die dem Einzelnen gerecht wird. Diese Arbeit zeigt, dass das nicht ausreicht.

Auf der Basis der aktuellen Altersforschung entwickelt und optionalisiert die Autorin einen handlungstheoretisch fundierten Kompetenzbegriff. Neun Fragebögen mit insgesamt 389 Fragen erfassen die physische, die epistemische, die heuristische und die Delegationskompetenz sowie neun Mediatoren, die die Person-Situation-Interaktion in der Vermögensverwaltung beschreiben. Soweit verfügbar, werden bereits normierte Fragebögen in das Instrument integriert, wie zum Beispiel der Kompetenzfragebogen von Stäudel, von Krampen und der Stressfragebogen von Janke etc.

Die abschließende Pilotstudie zeigt den Einsatz des Instruments bei zwei Referenzgruppen von älteren Menschen (jeweils n=30), die sich durch ihre Position auf dem Kompetenzkontinuum theoretisch unterscheiden. Insgesamt konnte empirisch ein signifikanter Unterschied auf T-Test-Niveau nachgewiesen werden, was das anschließende Einzelgutachten um so aussagekräftiger machte und den Instrumenteneinsatz im Betreuungsverfahren zeigte.

Auf einer breiteren empirischen Basis könnten mit den Daten effiziente Kompetenztrainingsprogramme für ältere Menschen entstehen und zur Erhaltung der Selbständigkeit im Alter beitragen. Interessant wären auch die Fragen, ob junge vermögende Menschen über mehr Vermögensverwaltungskompetenz verfügen, wenn sie erben; ob und warum Vermögensverwaltungskompetenz auch eine geschlechterspezifische Ausprägung hat und wie sich, darauf aufbauend, Frauen witwenfähig machen können.

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