Dissertation: Der Weg der Phänomenologie

Der Weg der Phänomenologie

Husserl, Heidegger, Rombach

BOETHIANA – Forschungsergebnisse zur Philosophie, Band 36

Hamburg , 250 Seiten

ISBN 978-3-86064-900-8 (Print)

Zum Inhalt

Diese Arbeit soll zeigen, wie Descartes‘ Unterscheidung zwischen res cogitans und res extensa, also zwischen „Bewusstsein“ und „Außenwelt“, durch die Phänomenologie unterlaufen und rückgängig gemacht werden soll. Diese Unterscheidung, die sogenannte Subjekt-Objekt-Spaltung, hat das Denken der Moderne entscheidend geprägt.

Der „Weg der Phänomenologie“ meint dabei die Entwicklung, welche die Phänomenologie durchlaufen hat: eine erste Fassung findet sie in Gestalt der transzendentalen Phänomenologie Husserls, der die „Außenwelt“ einklammert und so zum reinen Bewusstsein gelangt. Der Begriff Intentionalität meint dabei, dass Bewusstsein immer Bewusstsein von etwas ist (und nicht die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt), weshalb es letztlich kein Bewusstsein an sich geben kann. Daher fallen Subjekt und Objekt phänomenologisch in der Intentionalität zusammen. Einen Schritt weiter geht Heideggers hermeneutische Phänomenologie, die zeigt, dass Husserls Ausgangspunkt im cartesianischen Dualismus selbst nicht phänomenologisch ausgewiesen ist und wiederum durch das Sein unterlaufen wird, denn Bewusstsein ist auch „reales“ Sein. In Sein und Zeit untersucht Heidegger phänomenologisch das (menschliche) Dasein, um so zum Sein selbst zu gelangen. Rombachs strukturaler Phänomenologie schließlich gelingt es zu zeigen, dass Heideggers Phänomenologie der Daseinsstruktur noch nicht die menschliche Faktizität als solche erfasst, sondern den Menschen in der Epoche des „Expressionismus“ beschreibt. Auf ihrem Weg versucht sich die Phänomenologie so von allen Konstruktionen frei zu machen, um zu den „Sachen selbst“ zu gelangen.

Der Weg der Phänomenologie trägt immer weitere Schichten ab und führt schließlich von Descartes zu Derrida, der mit dem Kunstwort différance die Einheit aller Unterscheidungen, und nicht nur die zwischen Subjekt und Objekt, bezeichnet. Nebenbei kann hier geprüft werden, ob die Phänomenologie eine Methode ist, die in einer empirischen Wissenschaft wie der Religionswissenschaft angewendet werden kann, ob also so etwas wie „Religionsphänomenologie“ überhaupt möglich ist.

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