: Oppositionsstrategie der SPD-Führung im deutschen Einigungsprozeß 1989/1990

Oppositionsstrategie der SPD-Führung im deutschen Einigungsprozeß 1989/1990

Strategische Ohnmacht durch Selbstblockade?

POLITICA – Schriftenreihe zur politischen Wissenschaft, Band 35

Hamburg , 612 Seiten

ISBN 978-3-86064-834-6 (Print)

Zum Inhalt

Ganze 33.5% errang die SPD bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl am 2. Dezember 1990. Die Suche nach den Ursachen für das Scheitern der traditionell deutschlandpolitisch engagierten Partei im Prozess der deutschen Einheit ist Gegenstand des Buches. Spannend und kenntnisreich zeichnet der Autor in seiner Promotionsschrift die wichtigsten Stationen und strategischen Entscheidungen auf dem Weg zur Einheit aus Sicht der oppositionellen SPD nach. Insbesondere durch die geführten Interviews mit Personen aus der damaligen Führungsspitze der SPD wie etwa Hans-Jochen Vogel, Herta Däubler-Gmelin, Egon Bahr, Karsten D. Voigt, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Björn Engholm, Hans-Ulrich Klose, Wolfgang Thierse oder Richard Schröder, werden tiefe Einblicke in die strategischen Überlegungen und praktischen Probleme der SPD-Führung eröffnet.

Der geläufigen These, ein Generationen- und Links/Rechts-Konflikt habe eine einheitliche Strategie der oppositionellen SPD in Einigungsprozess verhindert, geht der Autor unter Erstellung individueller politischer Portraits der damaligen Hauptakteure erstmals systematisch nach. Besondere Beachtung finden dabei die Personen des damaligen Partei- und Fraktionsvorsitzenden, Hans-Joachim Vogel, sowie des damaligen Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine. Plastisch werden darüber hinaus die Schwierigkeiten einer bis in die Spitze hinein heterogenen Partei analysiert, eine einheitliche Strategie zu entwickeln und durchzuhalten. Überzeugend weist so der Autor nach, dass unterschiedlichen SPD-Machtzentren wie Bundestagsfraktion und Kanzlerkandidat, Ministerpräsidenten, die einständige Ost-SPD sowie der West-Parteivorstand die innere Zerrissenheit der SPD im Prozess der deutschen Einheit noch verstärken.

Das Buch verschafft einen hervorragenden Einblick in die Verfasstheit der deutschen Sozialdemokratie am Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre. Es ist auch gerade deshalb lesenswert, weil sich viele der interviewten und beschriebenen Personen noch heute im engsten Führungszirkel der SPD befinden.

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