Doktorarbeit: Political Correctness und die englische Sprache

Political Correctness und die englische Sprache

Studien zu (nicht-)diskriminierendem Sprachgebrauch unter besonderer Berücksichtigung des Social Labeling

PHILOLOGIA - Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 28

Hamburg 1998, 308 Seiten
ISBN 978-3-86064-805-6

diskriminierende Sprache, Kognitionspsychologie, Linguistik, Minderheiten, PC, political correctness, social labeling, Sprachpolitik, Sprachwissenschaft

Zum Inhalt

Das Thema political correctness (PC), das im vergangenen Jahrzehnt die amerikanische Öffentlichkeit beherrschte, wird in diesem Buch erstmals aus sprachlicher und sprachwissenschaftlicher Perspektive beleuchtet. Diese Arbeit zeigt, dass PC als gesellschaftliche Strömung in den USA ihre Spuren auch in der Sprache hinterließ, und untersucht diese näher. Es werden dabei die Zusammenhänge zwischen diesen außersprachlichen Entwicklungen und Veränderungen im Sprachgebrauch aufgezeigt und verdeutlicht.

Die Autorin präsentiert zunächst zentrale Anliegen von PC und getroffene Maßnahmen zur Umsetzung von PC in verschiedenen Gesellschaftsbereichen, welche sich unter dem Oberbegriff ‘Antidiskriminierungs-Bestrebungen‘ subsumieren lassen. Das aktive Vorgehen gegen die Diskriminierung oder Benachteiligung bestimmter sozialer Gruppen, z.B. behinderter Menschen oder ethnischer Minderheiten, findet aber auch in sprachpolitischen Maßnahmen Niederschlag. Diese stehen im Mittelpunkt der weiteren Untersuchung.

Den Ausgangspunkt bildet eine Darstellung und exemplarische Illustration der Sprachpolitik verschiedener amerikanischer Universitäten. An PC orientierte sprachpolitische Instrumente werden dort mit dem ausdrücklichen Ziel eingesetzt, die sprachliche Diskriminierung verschiedener Gruppen von Universitätsangehörigen zu unterbinden und die Sprache zu ‘entdiskriminieren‘. Insbesondere die Vorgabe von sogenannten guidelines for bias-free/non-discriminatory language bzw. ‘Richtlinien zu nicht-diskriminierendem Sprachgebrauch‘, die es einzuhalten gilt, ist allerdings nicht auf den universitären Bereich beschränkt. Auch Verlage und verschiedene öffentliche Einrichtungen entwickeln solche Richtlinien für ihre Autoren und Mitarbeiter.

An den Richtlinien fällt auf, dass sie nicht nur im Aufbau und in ihrer Gestaltung große Parallelen aufweisen, sondern sie alle differenzieren implizit oder explizit auch verschiedene Ebenen und Formen sprachlicher Diskriminierung, welche die Autorin im einzelnen herausarbeitet. Diese Richtlinien werden zweifellos in sprachlenkender Absicht eingesetzt, um bei den entsprechenden Zielgruppen eine dauerhafte Änderung des Sprachgebrauchs zu erreichen. Welche Erwartungen an geänderten Sprachgebrauch geknüpft sind, wird in weiterer Folge untersucht und deren Plausibilität unter Heranziehung empirischer Untersuchungen diskutiert.

Es fällt darüber hinaus auf, dass ihre besondere Aufmerksamkeit dem sogenannten social labeling gilt, d.h. wie soziale Gruppen verschiedener Art, v.a. Minderheitengruppen, bezeichnet werden. Die Autorin erklärt diese Schwerpunktsetzung zunächst unter sozial- und kognitionspsychologischen Aspekten und analysiert im weiteren, welche Typen von social labels differenziert werden und welche Argumente für ihre Klassifizierung als diskriminierend oder nicht-diskriminierend angeführt werden. Vor diesem Hintergrund differenziert sie einerseits unterstellte Formen des diskriminierenden labeling und andererseits postulierte Grundsätze für nicht-diskriminierendes labeling. Die Autorin diskutiert erneut die Haltbarkeit der Annahmen, die diesen Differenzierungen zugrundeliegen.



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