: Die Dioskuren in der griechischen Kunst von der Archaik bis zum Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr.

Die Dioskuren in der griechischen Kunst von der Archaik bis zum Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr.

ANTIQUITATES – Archäologische Forschungsergebnisse, Band 15

Hamburg , 212 Seiten

ISBN 978-3-86064-687-8 (Print)

Zum Inhalt

In der griechischen Bilderwelt spielen mythologische Themen eine große Rolle. Die dargestellten Heroen stehen mit ihren Taten auch für bestimmte Werte, die man als vorbildhaft empfand. Die Bilder reflektieren diese Vorstellungen und sind deshalb von großer Bedeutung für sozialhistorische Fragestellungen in der klassischen Archäologie. Das vorliegende Buch untersucht mit diesem Ansatz die Dioskurenbilder der archaischen Zeit und des 5. Jahrhunderts v. Chr. Es ist die erste Monographie zu diesem Thema. Der behandelte Zeitraum erstreckt sich über ca. 300 Jahre, die in Athen von der Tyrannis des Peisistratos bis an das Ende des peloponnesischen Krieges reichen.

Das früheste gesicherte Zeugnis ist der sogenannte Monopteros der Sikyonier im Apollonorakel von Delphi, auf dessen Reliefplatten die Dioskuren dargestellt sind. Es ist gelungen, eine weitere Metope zu rekonstruieren, die das Schiff Argo zeigt; damit ist eine inhaltliche Neubewertung dieser Szene möglich geworden. Auch ikonographisch ist diese Platte von Bedeutung, da Trachtelemente aus dem östlichen Mittelmeergebiet nachgewiesen werden konnten.

Die erhaltenen Denkmäler aus Sparta, der Heimat der Zwillinge, sind spärlich. Dies wird besonders in der Beschränkung auf den gewählten Zeitraum deutlich. Es ergibt sich eine differenziertere Untersuchung dieser Zeugnisse, die in der Vergangenheit häufig vor dem Hintergrund der späteren Darstellungen analysiert worden waren.

Aus dem archaischen Athen ist eine Gruppe von Vasenbildern erhalten, die die Dioskuren als Repräsentanten einer „Adelskultur“ zeigen. Bildtypen, die normalerweise für Lebensszenen benutzt wurden, sind auch für die beiden Heroen verwendet worden. Hier wurde eine enge Verbindung zwischen den mythischen Vorbildern und der zeitgenössischen Oberschicht Athens gesucht. Die Dioskuren galten als Retter in Seenot und allgemein als helfende Götter. Zeichen ihrer Anwesenheit war das St. Elms-Feuer, das auf der Darstellung eines Göttermahles (Theoxenie) erstmals in der griechischen Kunst nachgewiesen werden konnte.

Im 5. Jahrhundert wurde das Heiligtum der Brüder aufwendig ausgebaut, und mit dieser Maßnahme einher ging ein Bedeutungswechsel in den Darstellungen. Der Raub der Leukippiden ist das beherrschende Thema dieser Zeit, das auf Vasenbildern vielfach wiederkehrt. In der zweiten Jahrhunderthälfte, einer vom peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta geprägten Zeit, verlagerte sich das Interesse wieder. Die Dioskuren als helfende Gottheiten rücken in den Vordergrund, eine Entwicklung, die in den Hellenismus führt, als die Zwillinge als Soteres, Retter, verehrt wurden.

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