: Die Behandlung von Phraseologismen in ausgewählten Sprachlehren von Ickelsamer bis ins 19. Jahrhundert

Die Behandlung von Phraseologismen in ausgewählten Sprachlehren von Ickelsamer bis ins 19. Jahrhundert

Ein Beitrag zur historischen Phraseologie

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 23

Hamburg 1997, 197 Seiten
ISBN 978-3-86064-650-2 (Print)

historische Phraseologie, Ickelsamer, Idiomatizität, Konnotat, Redensarten, Sprachnormierung, Sprachwissenschaft, Sprichwörter, Zwillingsformeln

Zum Inhalt

Innerhalb der in den vergangenen Jahrzehnten prosperierenden Phraseologie wenden sich vergleichsweise wenige Arbeiten der historischen Phraseologie zu. Diese sieht sich großen methodischen Schwierigkeiten gegenüber, angefangen bei der bloßen Identifikation mehrgliedriger Lexikoneinheiten.

In vorliegender Arbeit wird versucht, deutsche Sprachlehren seit Valentinus Ickelsamers „Teutscher Grammatica“ als eine Quellengattung für die historische Phraseologie umfassend zu erschließen. Hierbei geht es einmal darum, über die textsortenkonstituierenden metasprachlichen Hinweise Phraseologismenbelege für vergangene Jahrhunderte zu gewinnen. Darüber hinaus wird die Eigenart der metasprachlichen Ausführungen selbst zum Gegenstand der Untersuchung. Damit unternimmt der Verfasser den Versuch, eine zweite Lücke in der Phraseologie auszufüllen, nämlich eine Vorgeschichte zur Forschungsgeschichte der sprachwissenschaftlichen Teildisziplin Phraseologie zu schreiben, die bei der raschen Expansion der Phraseologie noch nicht - oder nur bruchstückhaft - wahrgenommen worden ist.

Auf der Materialbasis ausgewählter Sprachlehren von Ickelsamer bis ins 19. Jahrhundert wird die einschlägige Terminologie der älteren Sprachlehrer ebenso analysiert wie die Behandlung bestimmter Eigenschaften von Phraseologismen(gruppen) und solcher phraseologischer Teilinventare, die das besondere Interesse der älteren Sprachlehrer gefunden haben. Hierbei werden die Beobachtungen zu den in den Quellen vertretenen Sprachnormauffassungen in Beziehung gesetzt. So werden die Eigenarten älterer Sprachlehren als Quellengattung für die historische Phraseologie wie auch als Träger einer Vorgeschichte der sprachwissenschaftlichen Teildisziplin Phraseologie in einen Begründungszusammenhang eingebettet, der ihre Vorzüge und Lücken gleichermaßen erklären helfen kann.



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