: Blick auf das Paris der 30er Jahre

Blick auf das Paris der 30er Jahre

Kolloquium der Deutsch-Französischen Gesellschaft zu Kiel 22./23. November 1997

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 29

Hamburg , 170 Seiten

ISBN 978-3-86064-648-9 (Print)

Zum Inhalt

Nach dem Ersten Weltkrieg nahm das literarische Leben in Paris einen neuen Aufschwung, die französische Hauptstadt erholte sich zu ihrem neuen Glanz und wurde zum strahlenden Anziehungspunkt für die Reisenden aus aller Welt. Von einer Blütezeit konnte in den 30er Jahren jedoch nicht mehr die Rede sein: zur Zeit der Machtübernahme Hitlers, der Eroberung Abessiniens durch Mussolinis Truppen und des spanischen Bürgerkrieges wurde auch Paris ein Schauplatz der Weltwirtschaftskrise, die plötzlich allein in Frankreich 400 000 Arbeitslose ins Elend stürzte. 17 Tote und 2329 Verletzte forderten im Februar 1936 die Demonstrationen gegen die Regierung Daladiers. Auf die Gefahr eines Bürgerkrieges und die Sparmaßnahmen reagierte das Volk mit der Wahl der linken Volksfront. Aber der Zweite Weltkrieg nahte...

So steht es in den Geschichtsbüchern. Die literarischen Zeugnisse der Schriftsteller, die damals in der französischen Hauptstadt lebten oder sie besuchten, liefern ein Bild von Paris, das sich nicht immer mit den Darstellungen der Geschichtsbücher deckt, sie dafür oft auf interessante Weise ergänzt.

Am 21. und 22. November 1997 referierten Nachwuchswissenschaftler darüber, wie Persönlichkeiten der Literatur- und Kunstwelt aus Frankreich, der Schweiz, Spanien und Deutschland das Phänomen Paris verarbeiteten. Die Beiträge über Albin Zollinger, Léo Malet, Luis Buñuel, Walter Benjamin, Raymond Queneau und André Breton legen an den Tag, dass diese kein Plädoyer zugunsten der Großstadt Paris in den 30er Jahren verfassen, sondern dass sie jeweils eine Methode anwenden, um eine weite Aussicht über die Hauptstadt zu bieten. Ihr Versuch, die Heterogenität mit einem Blick zu fassen, setzt dabei eine Auseinandersetzung mit dem Detail voraus. Die verschiedenen Verfahrensweisen werfen schließlich Fragen wie die nach der Potentialität oder auch der Austauschbarkeit der Stadt Paris im Kunstwerk auf.

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