: Hamburger Kleinverlage in der Zeit der Weimarer Republik

Hamburger Kleinverlage in der Zeit der Weimarer Republik

Eine Dokumentation publizistischer Vielfalt

Schriften zur Kulturwissenschaft, Band 13

Hamburg 1997, 368 Seiten
ISBN 978-3-86064-581-9 (Print)

Rezension

[…] bietet […] interessanten, bislang wenig bekannten, gut recherchierten und aufbereiteten Materialausschnitt […]

Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte, 1999

Anarchismus, Hamburg, Jugendbewegung, Kleinverlage, Kulturwissenschaft, Lebensreform, Verlage, Verlagswesen, Verleger, Weimarer Republik

Zum Inhalt

Gegenstand des Buches ist die Verlagswelt Hamburgs in der Zeit der Weimarer Republik; zu dieser Zeit existiert hier eine äußerst vitale und hoch spezialisierte Kleinverlags-Szenerie, die heute vollkommen vergessen ist. In den Verlagspublikationen findet sich ein Nebeneinander bunter Themen: Pazifismus und Jugendbewegung, Lebensreform und Niederdeutschtum, Anarchismus und Antisemitismus, Kommunismus und Individualismus - teilweise in erstaunlich hohen Auflagenzahlen.

Dieses „verquere“, nicht recht zueinander passen wollende plurale Nebeneinander unterschiedlichster Themen wird festgehalten und dokumentiert. Zusätzlich wird das Leben und Handeln der VerlegerInnen und ProtagonistInnen - so weit noch greifbar - dargestellt.

Neben dieser Dokumentation, ergänzt durch ein annotiertes Register, beschreibt der Autor die Hamburger Kleinverlagswelt strukturell, denn kennzeichnend für die Kleinverlage war der Forencharakter ihrer Publikationen, das Eingebundensein der Verlage in eine spezielle Gruppierung oder Gemeinde sowie die prinzipiell offene Zugangsmöglichkeit bezüglich der Publikationen. Auch das Ende dieser publizistischen Vielfältigkeit wird beleuchtet - denn kann zu Beginn der Weimarer Republik ein geradezu explosionsartiges Anwachsen kleiner Verlage beobachtet werden, ist diese Vielfältigkeit verlegerischen Wirkens zu Beginn der 30er Jahre verschwunden. Pluralität scheint aufgerieben von der Polarität zwischen Links und Rechts, zwischen Faschismus und Kommunismus.



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