: Astrid Lindgren und die Autarkie der Weiblichkeit

Astrid Lindgren und die Autarkie der Weiblichkeit

Literarische Darstellung von Frauen und Mädchen in ihrem Gesamtwerk

2. unveränderte Neuauflage

POETICA - Schriften zur Litera­tur­wissen­schaft, Band 17

Hamburg 1996, 380 Seiten
ISBN 978-3-86064-408-9

Rezension

Es wäre zu wünschen, daß auch für die anderen Kinder- und Jugendbuchautoren [...] ähnlich engagierte Untersuchungen vorgelegt werden.[...]
Und - keiner, der an Jugendbuchklassikern interessiert ist, kann an dieser Studie vorbeigehen!

ide - Zeitschrift für den Deutschunterricht in Wissenschaft und Schule, Heft 3/97


Astrid Lindgren, Autarkie, Feminismus, Frauengestalten, Jugendbuch, Literaturwissenschaft, Mädchengestalten, Matriarchat, Selbstbewusstsein, Weiblichkeit

Zum Inhalt

Frauen müssen nicht länger die besseren Männer sein. Statt sich auf einen fruchtlosen Kampf der Geschlechter gegeneinander einzulassen, entwickeln Frauen zunehmend ein zeitloses, von emanzipatorischen Modeströmungen unbeeinflusstes Bewusstsein für ihre Weiblichkeit.

Der Blick richtet sich endlich selbstbewusst auf das Anders-Sein von Frauen, auf ihre ganz spezifischen Fähigkeiten und Leistungsbereitschaften und dies unter der selbstverständlichen Voraussetzung völliger Gleichwertigkeit von Mann und Frau. Diese Position der demokratischen Differenz ist übrigens von jeher aus der Hexentradition bekannt.

Die Autorin Gabriele Gabriele Cromme zeigt in diesem Buch, dass diese Autarkie der Weiblichkeit, also die zeitlose Auffassung von Weiblichkeit und ihrer Werthaltigkeit, im gesamten Werk Astrid Lindgrens nachweisbar ist. Ihre literarischen Mädchen- und Frauengestalten weisen häufig Mut, Eigenständigkeit und Durchsetzungskraft auf. Astrid Lindgren zeichnet Frauen befreit von starren gesellschaftlichen Funktionszuordnungen; ganz gleich, welche Aufgabe sie übernehmen, das wertmäßig Bedeutsame ist immer ihre von äußeren Wertmaßstäben unabhängige Liebesfähigkeit und die Bedeutung weiblichen Selbstbewusstseins. So weist Astrid Lindgrens emanzipatorischer Ansatz über eine kurzsichtige Gleichmacherei im Geschlechterkampf hinaus. Gleichzeitig konturiert Astrid Lindgren - vornehmlich in ihren phantastischen Romanen - ein Gesellschaftsbild, das sich zu großen Teilen in das Strukturmuster des Matriarchats einordnen lässt.

Die Lektüre des hier beschriebenen Buches ermöglicht der Leserin historisch-kulturelle, sozialstrukturelle, mythologisch-rituelle und prinzipiell gesellschaftliche Dimensionen und Tiefenschichten von Weiblichkeit im Werk Astrid Lindgrens aufzuspüren.



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