: Godspelles Gifu

Godspelles Gifu

Das Evangelium der Gnade in den Gedichten Cynewulfs

THEOS – Studienreihe Theologische Forschungsergebnisse, Band 14

Hamburg , 336 Seiten

ISBN 978-3-86064-369-3 (Print)

Zum Inhalt

Ziel dieser Arbeit ist es, die theologischen Leistungen angelsächsischer Autoren, insbesondere Cynewulfs und Ælfrics, deutlich zu machen und in ihrer Bedeutung für die Weitergabe des Glaubens zwischen bewusster Bewahrung und persönlicher Neuerung herauszuarbeiten. Darüber hinaus werden die theologischen Leistungen der Lyrik Cynewulfs unter dem Aspekt einer Theologie der Gnade für die damalige Zeit, aber auch für heutige Leser dieser Gedichte aufgearbeitet. Dabei entscheidet sich der Verfasser für eine synchrone Vorgehensweise, die den theologischen Inhalt der Gedichte in seinem zeitgenössischen Kontext zu erfassen sucht, dabei jedoch auch die Brücke zu heute nicht aus den Augen lässt.

Im ersten Teil der Arbeit wird kurz der kulturelle und religiöse Hintergrund der angelsächsischen Periode dargestellt. Dies ist notwendig, um die altenglischen Gedichte hinsichtlich ihrer künstlerischen Qualität und ihrem theologischen Gehalt entsprechend einordnen und würdigen zu können.

Der zweite Teil befasst sich nach einer allgemeinen Einleitung zur Rolle der Dichtkunst im Dienst des Kerygmas mit Cynewulf und Ælfric als Pädagogen und Katecheten, als Glaubensvermittler und Lehrer ihrer Landsleute. Ælfric als Prosaist wird deswegen herangezogen, weil sein Hauptinteresse seinen Landsleuten, Laien und Klerikern, galt, die er mit der Lehre des christlichen Glaubens und den Werken der Kirchenväter vertraut machen wollte. Seine Bedeutung lässt sich besonders an der umfangreichen Überlieferung seiner Werke ablesen.

Auch Cynewulf schrieb nicht nur aus ästhetischem Kunstverständnis und für sein eigenes Seelenheil Gedichte. Denn dieses Seelenheil konnte er für sich nur gewinnen, wenn er dem Auftrag gerecht wurde, seine Talente und Geistesgaben für den Aufbau der Kirche und zur Weiterverbreitung des Glaubens einzusetzen. Die Tatsache, dass seine Gedichte in zwei großen poetischen Manuskripten der Benediktinerreform überliefert worden sind, spricht für seine Bedeutung. Es geht ihm nicht um einen intellektuellen Zugang, sondern um eine spirituelle und mystische Erfahrung, wie sie letztlich nur betend gemacht werden kann. So kann man Cynewulfs Gedichte und darin vor allem seine Epiloge verstehen als Gebete für ihn selbst und damit zugleich für seine Mitgläubigen, als Aufforderung, sich mit ihm zu identifizieren.

Im dritten Teil der Arbeit wird dann, ausgehend von Cynewulfs „Damaskus-Erlebnis“, untersucht, ob sich in seinen Werkung und an seiner Person ein personaler Zugang zu einer persönlichen Gnadentheologie nachweisen lässt.

Cynewulfs und Ælfrics Werke sind eben deshalb über den rein historisch-politischen, theologischen oder ästhetischen Kontext hinaus noch von Bedeutung, weil beide in ihrem Bemühen um ästhetische Form und religiös-katechetischen Inhalt Werke geschaffen haben, die es auch heute noch verdienen, gelesen zu werden. Deshalb ist es legitim und methodisch angebracht, Cynewulf und seine Gedichte auch aus heutiger Sicht mit Hilfe der Erkenntnisse der modernen Theologie, also Exegese, Dogmatik, Katechetik und der Tiefenpsychologie zu interpretieren.

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