: Solgers Dialektik

Solgers Dialektik

Die Grundzüge der didaktischen Philosophie K.W.F. Solgers

BOETHIANA – Forschungsergebnisse zur Philosophie, Band 22

Hamburg , 212 Seiten

ISBN 978-3-86064-339-6 (Print)

Zum Inhalt

In seiner spekulativen Dialektik von Sein und Nichtsein hat Solger die wohl tiefgründigste Philosophie der Romantik entworfen.

In der vorliegenden Untersuchung rekonstruiert Dirk Potz den Kerngedanken von Solgers Dialektik und unterzieht Solgers Philosophie in ihrer Gesamtheit einer eingehenden Analyse. Solgers Dialog über `Sein, Nichtsein und Erkennen‘ wird erstmals kontinuierlich und textnah durchinterpretiert. Dieser bildet den Kern der Solgerschen Ontologie, die über eine Dialektik des endlichen Seins zu einer Dialektik des `absoluten Seins‘ führt. Im abschließenden Teil bewertet Dirk Potz Solgers Philosophie als versöhnungslose, `negative‘ Dialektik, die im Konzept der romantischen Ironie zu ihrem ästhetischen Ausdruck gelangt.

In durchgängiger Auseinandersetzung mit den Problemen und Debatten der idealistischen Theoriekonstellation seiner Epoche wird Solgers Dialektik als systematische Alternative zu den Letztbegründungsprogrammen eines Fichte, Schelling und Hegel interpretiert. Wie die philosophische Frühromantik bestreitet Solger die Möglichkeit einer abschließenden Begründung eines philosophischen Systems aus oberstem Grundsätze. Das Bewusstsein gründe vielmehr in einem Sein, das jeder reflexiven Erkenntnis entzogen bleibt: Der Grund allen Wissens bleibt unwissbar. Das Sein in allem Dasein ist Realgrund des Endlichen und der Wissensformen, aber nicht selbst epistemisch erschließbar.

Dieses zutiefst romantische Theorieresultat findet in der Ironie seine künstlerische Verarbeitung. Die Ironie ist jene Einstellung, mit der das Subjekt auf die Erfahrung seiner bodenlosen Selbsttranszendenz reagiert. Die Kunst artikuliert diese Erfahrung des Entzogenseins einer letzten Wahrheit, die das System der Philosophie tragen könnte. Indem sie den Unbestand alles Endlichen darstellt, enthält die romantische Ironie ein Bewusstsein der Abwesenheit des Unbedingten. In der Ironie wird ausgesprochen, dass das Schöne in der Kunst immer nur ein unerfüllbares Versprechen von Versöhnung bleibt.

Solgers `Prima Philosophia‘ wird von Dirk Potz als der Versuch charakterisiert, eine Dialektik zu entwerfen, die nicht mehr über einen unmittelbaren Zugang zur Wahrheit verfügt, ohne dabei die grundsätzliche und umfassende Orientierung auf eine die philosophische Anstrengung im ganzen abschließende substantielle Erkenntnis aufzugeben. Damit rückt Solger in überraschende Nähe zu den Konzepten negativer Dialektik von Sartre und Adorno.

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