: Stehende männliche Gewandstatuen im Hellenismus

Stehende männliche Gewandstatuen im Hellenismus

Ein Beitrag zur Stilgeschichte und Ikonologie hellenistischer Plastik

ANTIQUITATES – Archäologische Forschungsergebnisse, Band 5

Hamburg , 350 Seiten

ISBN 978-3-86064-116-3 (Print)

Zum Inhalt

In dieser Arbeit wird erstmals die Denkmälergattung „Stehende männliche Gewandstatuen des Hellenismus“ umfassend vorgelegt und hinsichtlich ihrer Form- und Bedeutungsgeschichte untersucht. Einen wesentlichen Aspekt bildet die typologische und stilistische Analyse, die zugleich einen Beitrag zur Kunstgeschichte der hellenistischen Plastik bietet und als Vorarbeit für die ikonologische, d.h. letztlich historische Auswertung der Bildwerke dient. Es wird somit der Zusammenhang zwischen Form und Funktion der Statuen vorgeführt, denn „Stil“ als spezifische Art des künstlerischen Ausdrucks lässt sich nicht von der Kategorie der „inhaltlichen Aussage“ trennen.

Zu einer Reihe von Statuen mit bisher umstrittenen zeitlichen Einordnungen werden Datierungsvorschläge vorgebracht und die stilgeschichtliche Stellung der Figuren sowie die Veränderung der Einzelformen beleuchtet. Fragen des Landschaftsstils sind weitgehend ausgeklammert. Im Einzelfall lässt sich jedoch eine landschaftsgebundene Gestaltung hervorheben. Hierzu zählen vor allem Statuen von Melos, Rhodos und Kos.

Ferner werden sechs Statuentypen unterschieden, chronologisch und geographisch eingegrenzt und ihre Entstehung, typologische Herleitung, Tradierung und Funktion für bestimmte Bildthemen herausgearbeitet. Seit dem 2. Jh. V. Chr. ist dabei die Tendenz zur Typisierung erkennbar, wobei aber die hellenistischen Figuren noch nicht stereotyp sind. Dies ist erst an einigen Bildthemen der römischen Kaiserzeit fassbar.

Anhand der ikonographischen und ikonologischen Betrachtungsweise sowie anhand antiker Schriftquellen werden die Statuen verschiedenen Darstellungsthemen zugewiesen und die Verwendung der Bildthemen zeitlich fixiert. Dabei lässt sich mit der Thematik der Figuren ein entsprechender Habitus und an vielen Beispielen die gezielte Auswahl von Statuentypen vereinen. Der berufs- und standesbezogene Habitus der Statuen ist also typen- und motivgebunden. Außerdem wird deutlich, dass einzelne Themen in bestimmten Zeitstufen bevorzugt werden: Philosophen und Rhetoren im späten 4. und 3., öffentliche und private, nicht benennbare Ehrenstatuen im 2. und 1. Jh. v. Chr.

Abschließend werden Fragen der ursprünglichen Aufstellung behandelt. Dabei wird ersichtlich, dass Deutung und kompositorische Wirkung der Bildwerke von der Art der Aufstellung in einer spezifischen topographischen und architektonischen Umgebung wie auch in der Gruppe abhängig sind.

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