: Integration von Beruf und Familie

Integration von Beruf und Familie

Das Streßerleben von berufstätigen Müttern mit Kindern im Vorschulalter

Studien zur Stressforschung, Band 2

Hamburg 1992, 400 Seiten
ISBN 978-3-86064-049-4 (Print)

Beruf, berufstätige Mütter, Doppelbelastung, Ehe, Familie, Gesundheitswissenschaft, LISREL, multiple Regression, Psychologie, Stresserleben

Zum Inhalt

In den letzten Jahrzehnten sehen sich immer mehr Frauen in den westlichen Industrienationen vor der Aufgabe, Familie und Beruf zu integrieren. Für manche von ihnen besteht die finanzielle Notwendigkeit, zum Unterhalt der Familie beizutragen, für andere haben Beruf und Familie gleichermaßen hohe Bedeutung, so dass sie weder auf das eine noch auf das andere verzichten möchten.
Um Aussagen über eine möglichst befriedigende Integration von Beruf und Familie treffen zu können, ist es notwendig, Faktoren zu identifizieren, die das Stresserleben berufstätiger Mütter moderieren.
In der vorliegenden Studie wurde deshalb zunächst anhand eines Vergleichs von 225 berufstätigen und 106 nicht-berufstätigen Müttern mit Kindern im Vorschulalter überprüft, ob berufstätige Mütter hinsichtlich unterschiedlicher Effekt- oder Stressergebnismaße (psychisches und physisches Wohlbefinden, Ehezufriedenheit und Erleben der Elternrolle) eine ungünstigere Adaptation als nicht-berufstätige Mütter zeigen.
Weiter wurde die häusliche Aufgabenverteilung in den Ehen berufstätiger und nicht-berufstätiger Mütter analysiert. Schließlich wurde die Frage untersucht, ob die verschiedenen Stressergebnismaße durch die persönlichen Wertvorstellungen berufstätiger und nicht-berufstätiger Mütter, die durch den Partner erfahrene Unterstützung und ihre Bewertungs- (appraisal) und Bewältigungsprozesse (coping) vorhergesagt werden können (multiple Regression, LISREL).
Die Ergebnisse der Untersuchung verweisen erstens auf die Notwendigkeit einer differentiellen Betrachtung unterschiedlicher Stressergebnismaße, auch wenn sich für die Gruppe der berufstätigen Mütter eine stärkere Beeinträchtigung hinsichtlich der Mehrheit der Stressergebnismaße zeigt.
Zweitens wird deutlich, dass das Maß der häuslichen Mehrbeteiligung der Ehemänner berufstätiger Frauen es nicht rechtfertigt, von egalitären oder symmetrischen Beziehungen in Doppelverdienerehen zu sprechen. Drittens erweisen sich individuelle Bewertungs- und Bewältigungsprozesse als substantielle Prädiktoren bei der Vorhersage der unterschiedlichen Stressergebnismaße und sind daher in ihrer Bedeutung für die Anpassung beider Müttergruppen nicht zu unterschätzen.



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