Dissertation: Die sowjetische Ethnographie 1942–1991

Die sowjetische Ethnographie 1942–1991

Konzeptionen, Organisation, Praxis und Politik

HERODOT – Wissenschaftliche Schriften zur Ethnologie und Anthropologie, Band 20

Hamburg 2018, 490 Seiten
ISBN 978-3-8300-9960-4 (Print), ISBN 978-3-339-09960-0 (eBook)

Rezension

Anders als der Beginn der sowjetischen Ethnografie ist deren spätere Entwicklung seit ihrer Neuformierung im Jahr 1942 bis Ende der 1980er Jahre bislang nur wenig erforscht worden, zumindest nicht in der Tiefe und Differenziertheit wie in dem vorliegenden Buch.
[...] Dem Werk liegt vor allem ein gründliches Studium nicht immer einfach zugänglicher und bislang nur selten berücksichtigter Quellen in russischen Archiven zugrunde sowie eine Reihe von Interviews, in denen maßgebliche russische Ethnologen und Ethnologinnen im Rückblick auf die Sowjetzeit zu bestimmten Fragestellungen ausführlich Stellung nehmen.
[...] Die vorliegende Arbeit überzeugt durch differenzierte und ausgewogene Einschätzungen oft komplexer und widersprüchlicher Sachverhalte. In ausführlichen Zitaten werden dem Leser Originalquellen zugänglich gemacht, anhand derer sich dieser auch ein eigenes Bild machen kann. [...]

Erich Kasten, in:
Anthropos, 114.2019

Anthropologie, Ethnizität, Ethnographie, Ethnologie, Feldforschung, Geschichte, Ideengeschichte, Kommunismus, Nationalitätenpolitik, Russland, Sowjetunion, Stalinismus, Wissenschaftsgeschichte

Zum Inhalt

Die sowjetische Ethnographie war das Äquivalent zur amerikanischen Cultural Anthropology und zur deutschen Volks- und Völkerkunde und untersuchte Völker und Kulturen im Auftrag des Sozialismus.

Wer waren die sowjetischen Ethnographen? Welche Probleme bewegten sie? Was war der Ort der Ethnographie im politischen System? Wie war sie aufgebaut? Durch welche Praktiken wurde die Ethnographie als Wissenschaft auf Parteilinie gebracht und gehalten? Wie funktionierte der Wissenschaftsbetrieb? Wie konnte die Ethnographie ihren wissenschaftlichen Anspruch mit ihrem politischen Auftrag und den ideologischen Auflagen verbinden? Gelang ihr dieser Spagat? Und wenn ja – mit welchen Mitteln und um welchen Preis?

Akten aus Moskauer Archiven und Interviews mit russischen Ethnographen geben Antworten.



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