Habilitationsschrift: Muslime und Katholiken in Bosnien und Herzegowina

Muslime und Katholiken in Bosnien und Herzegowina

Schwierigkeiten und Chancen des interreligiösen Dialogs

Schriften zur Religions­wissen­schaft, Band 10

Hamburg 2017, 316 Seiten
ISBN 978-3-8300-9810-2

Bosnien Herzegowina, Christen, Fundamentalismus, Geschichte, Handlungsfelder, Interreligiöser Dialog, Islam, Katholizismus, Kirche, Muslime

Zum Inhalt

Der Islam von BiH fühlt sich als ein Faktor der Wirklichkeit in diesem Lande. Er bekennt sich zu Europa und hat bestimmte Erfahrungen mit dem interreligiösen Dialog gemacht.

Das Bewusstsein für den religiösen Wert des Dialogs und der Toleranz spielt bei den religiösen Führern eine immer größere Rolle. Das gilt vor allem für das Christentum und für die katholische Kirche, die sich seit dem II. Vatikanum der Welt geöffnet und das Wort Dialog in die Kirchensprache wiedereingeführt hat, wie einige Dokumente des II. Vatikanums bezeugen, wie z.B. „Nostra aetate“, „Ecclesiam suam“… Aber die Weltreligion Islam versucht ebenfalls punkto interreligiöser Dialog Schritt zu halten.

Heutzutage ist es fast selbstverständlich, dass zum kirchlichen Handeln in den pluralen Gesellschaften auch der Kontakt zu den „Anderen“ gehört, bzw. mehr als nur Kontakt, nämlich ein Dialog in Liebe und Toleranz. Das heißt, dass man sich von anderen Auffassungen, Meinungen und religiösen Überzeugungen faszinieren lassen kann, ohne dabei die eigene christliche Überzeugung aufzugeben.

Die pluralistische, bzw. die plurale Theologie der Religionen, die sich nach dem II.Vatikanum entwickelt hat, will die Unterschiede der Religionen nicht verwischen, sondern unterstreichen, dass man den „Anderen“ mit gegenseitigem Respekt begegnen soll und dass die verschiedenen Religionen nur verschiedene Wege sind, die zum gleichen letzten Ziel führen.

Man kann sagen, dass sich die Religionsoberhirten von BiH während des Krieges 1991-1995 regelmäßig trafen, sie übten scharfe Kritik und brachten gegensätzliche Meinungen vor. Sie begegneten sich bei großen interreligiösen Versammlungen im Ausland, die vom Heiligen Stuhl, CCEE, KEK und von anderen ökumenischen und interreligiösen Organisationen veranstaltet waren. Sie trafen sich auch in der Heimat.

Man kann es merken, dass der interreligiöse Dialog in BiH zwischen der katholischen Kirche und der Islamischen Gemeinschaft auf mehreren Ebenen stattfindet. Zuerst auf der institutionellen Ebene z.B. zwischen den Religionsoberhäuptern und den theologischen Fakultäten. Auf dieser Ebene kann man ihn am besten bemerken und analysieren. Der interreligiöse Dialog findet auch „im künstlichen Rahmen“ auf Seminaren und Workshops statt, wo sich interessierte Personen treffen. Es ist aber auch wichtig zu erwähnen, dass in BiH der interreligiöse Dialog jeden Tag stattfindet, z.B. in alltäglichen Begegnungen der „einfachen Leute“.

Römisch-katholische Kirche und die Islamische Gemeinschaft von BiH versuchen folgende Aufgaben zu erfüllen: der Einsatz um Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung, die Treue zu Gott und zu den Menschen, die Förderung des Dialogs, der Solidarität, der Toleranz und des Umweltschutzes, die Unterstützung der demokratischen Strukturen und der Freiheit.

Pluralistische, bzw. plurale Gesellschaften sind eine Herausforderung für kirchliches Handeln schlechthin, aber auch für die anderen Religionen. Fest steht, dass die Kulturen, Religionen und Weltanschauungen mit ihren Verschiedenheiten und ihrem Reichtum ein Grund zur Sorge, aber auch zur Hoffnung sind.

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