Zum Inhalt
Titus Livius gehört zu den bedeutendsten Geschichtsschreibern der römischen Antike, doch sein Werk Ab urbe condita ist nur in Teilen überliefert. Gerade diese fragmentarische Überlieferung sowie sein freier Umgang mit Quellen haben die Forschung immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Die vorliegende Untersuchung setzt jedoch einen anderen Akzent: Nicht die Quellenkritik steht im Mittelpunkt, sondern die systematische Erschließung der im Text enthaltenen rechtshistorisch relevanten Aussagen.
Ausgehend von den erhaltenen Büchern wird gezeigt, wie Livius zentrale Entwicklungen des römischen Rechts in erzählerischer Form sichtbar macht. Dazu gehören sowohl frühe rechtliche Traditionen als auch die Kodifikation durch die Zwölf Tafeln sowie die Herausbildung staatlicher Gesetzgebungs- und Kontrollmechanismen. Immer wieder werden dabei politische Konflikte zwischen Patriziern und Plebejern als Motor rechtlicher Innovation erkennbar.
Die Studie arbeitet unterschiedliche Rechtsbereiche heraus, die sich im livianischen Werk identifizieren lassen – vom öffentlichen und privaten Recht über Militär-, Sakral- und Strafrecht bis hin zu Fragen von Eigentum und internationalen Beziehungen. Ebenso werden bei Livius erwähnte Gesetze in strukturierter Form zugänglich gemacht, um ihre Vielfalt und Bedeutung sichtbar zu ordnen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den von Livius beschriebenen Institutionen der römischen Verfassung, etwa dem Einspruchsrecht (veto) oder der Berufung (provocatio), ebenso wie den Prinzipien der Amtsführung und deren historischer Praxis. Auch die konkreten Abläufe gesetzgeberischer Prozesse werden in einzelnen Beispielen nachvollziehbar.
Die Darstellung versteht sich als erstmalige systematische Sammlung der bei Livius überlieferten rechtlichen Themenfelder und eröffnet damit einen neuen Zugang zu einem Werk, das nicht nur für die Geschichtswissenschaft, sondern auch für die Rechtswissenschaft von nachhaltigem Interesse ist.
Bibliografische Daten
| Autor | Jörg Reimann |
| Titel | Römisches Recht bei Titus Livius |
| Seiten | 328 |
| Erscheinungsjahr | 2017 |
| Erscheinungsdatum | 12.06.2017 |
| Ort | Hamburg |
| ISBN (Print) | 978-3-8300-9572-9 |
| eISBN (eBook) | 978-3-339-09572-5 |
| Schriftenreihe | Rechtsgeschichtliche Studien |
| Band | 76 |
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