Buchtipp
Coverabbildung: Dissertation, „Kulturbewusstsein und politischer Anspruch“ von Thomas Stein

Kulturbewusstsein und politischer Anspruch

Untersuchungen zum Engagement Leipziger Bürger für städtische Museen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Hamburg , 422 Seiten

Zum Shop eBook-Anfrage

Zum Inhalt

Seit ihrer Gründung im 19. Jahrhundert erwuchsen die Leipziger Museen nicht nur zu Einrichtungen, die den klassischen musealen Aufgaben des Sammelns, Bewahrens, Erforschens und Präsentierens von Kulturgütern nachkamen. Denn zugleich dienten sie dem emanzipierten Bürgertum als Ort, die eigene kulturelle Identität, gesellschaftliche Legitimation und politischen Einfluss zu untermauern. Die städtischen Museen wurden somit im Kulturbewusstsein des „klassischen“ Bürgertums zu einer Institution ersten Ranges. Der Anspruch nach Deutungshoheit umspannte während dieser Entwicklung die bildende Kunst und die Lokalgeschichte – später auch das Kunstgewerbe und die Naturwissenschaften. Allen Bereichen war gemein, dass hier grundlegende Lesarten eines auf Bildung, Wissen und ästhetischer Formung beruhenden Gesellschaftsteils präsentiert wurden.

Die Publikation des Leipziger Historikers Thomas Stein greift diese Relevanz auf und hinterfragt die Fortentwicklung des Leipziger Museumswesens zu Zeiten der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus‘. Ausgehend von der These, dass sich unter dem gesellschaftlichen Wandel nach der Novemberrevolution die Funktionen und Bedeutung der kommunalen Museen modifizierten, nimmt die Studie Veränderungsprozesse in den Blick, die maßgeblich von einer bürgerlichen Elite und später von politischen Funktionären bestimmt wurden. Ihre Dominanz in der Museumsleitung, den kommunalen Museumsgremien und -vereinen spiegelt ihr kulturelles Selbstverständnis und ihren Herrschaftsanspruch wider – und zeitgleich eine Abwehrhaltung gegenüber anderen Gesellschaftsschichten und Andersdenkenden zwischen 1918 und 1945.

Auf der Geschichte und Entwicklung des Museums der bildenden Künste Leipzig und des Stadtgeschichtlichen Museum der Messemetropole liegt die Priorität, ohne die anderen Museen der Stadt und deren Trägervereine zu vernachlässigen. Museumsdirektoren, Mäzene, Künstler und Kommunalpolitiker bilden hierbei jenen untersuchten Personenkreis, der die Leipziger Museumslandschaft im Ringen um Kontinuität und Umbruch im „Zeitalter der Extreme“ prägte.

Bibliografische Daten

Autor Thomas Stein
Titel Kulturbewusstsein und politischer Anspruch
Untertitel Untersuchungen zum Engagement Leipziger Bürger für städtische Museen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Seiten 422
Erscheinungsjahr 2017
Erscheinungsdatum 21.06.2017
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-8300-9414-2
eISBN (eBook) 978-3-339-09414-8
Schriftenreihe Schriften zur Geschichtsforschung des 20. Jahrhunderts
Band 15

Erwerbungsvorschläge

Sie können Ihrer Bibliothek auch einen Erwerbungsvorschlag für dieses Buch unterbreiten.

-Import

Mit der Browser-Erweiterung Zotero Connector können Sie die auf dieser Seite hinterlegten COinS-Metadaten direkt in Ihre Literaturverwaltung übernehmen.

Weitere Exportformate für Katalogisierung und Zitation

MARC 21

MARC 21 herunterladen

BibTeX

BibTeX herunterladen

RIS (für EndNote, Zotero, Citavi …)

RIS herunterladen