Dissertation: Die Textsorte „Bescheid“

Die Textsorte „Bescheid“

Eine kontrastive Untersuchung zur Verwaltungssprache in Deutschland und Benin

Studien zur Germanistik, Band 64

Hamburg 2016, 328 Seiten
ISBN 978-3-8300-9154-7 (Print & eBook)

Behördensprache, Benin, Bescheid, Bürger-Behörden-Kommunikation, Bürgerfreundlichkeit, Decision executoire unilateral, Deutschland, Fachsprache, Fachsprachenforschung, Kontrastive Linguistik, Optimierung, Textsorte, Verständlichkeit, Verwaltungssprache

Zum Inhalt

deutsch | english

Das Werk befasst sich mit dem beninischen und dem deutschen Fachtext, vertreten durch die Fachtextsorten von Recht und Verwaltung; um konkreter zu sein, mit der Textsorte „Bescheid“. Als beninische Entsprechungen der deutschen Bezeichnungen für Bescheid bieten sich „d?cision excutoire“ bzw. „d?cision excutoire unilat?rale“, „avis“, „information“, „rponse“, „notification“, „confimation“ etc. an.

Das Textkorpus stützt sich auf induktiv-empirische Untersuchungen und umfasst zehn Texte. Fünf davon (1149 Wörter) stammen aus der beninischen Finanzverwaltung, die fünf anderen (4541 Wörter) aus verschiedenen deutschen Verwaltungszweigen.

Die Analyse setzt sich zum Ziel, die Struktur der aus Benin und Deutschland herangezogenen Bescheid-Texte unter dem Gesichtspunkt zu prüfen, inwieweit sie verständlichkeitsrelevant, rezipientenorientiert, beziehungsfördernd oder serviceorientiert sind, und zwar aus der Sicht eines Laien, d.h. eines fachunkundigen Bürgers. Bei der kontrastiven Betrachtung von Fachtexten kann die Methode des Vergleichs unterschiedliche Ziele haben, so Baumann (1992, 29). So sei, aus der Sicht der angewandten Linguistik, der intra- und / oder interlinguale Vergleich von Fachtexten vor allem darauf gerichtet, deren strukturelle und funktionale Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede aufzuzeigen. Da das Konzept der Gliederungssignale als Grundlage für die Untersuchung von Makrostrukturen fungiert, wird in der Studie überprüft, ob und inwieweit dieses Konzept zur Sicherung der kommunikativen Adäquatheit beitragen kann; diese umfasst sowohl die Verstehenssicherung des Inhalts als auch das Erfassen der Senderintention durch den Rezipienten. Zu diesem Zweck wird das textlinguistische Analysemodell von K.-D. Baumann vorgestellt und es wird überprüft, ob dieses für die Zwecke der Arbeit geeignet ist. Auf die acht Gliederungssignale von K.-D. Baumann wird eingegangen, wobei die Methode der kontrastiven Untersuchung angewandt.

Des Weiteren soll mit dieser Veröffentlichung ein Beitrag dazu geleistet werden, Bescheid-Texte adressatengerecht zu formulieren. Insbesondere soll der Frage nachgegangen werden, ob und inwieweit die Texte aus beiden Ländern Verbesserungsbedarf haben und in welcher Hinsicht die Ausbildung der Beamten diesem Bedarf angepasst werden sollte.



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