Forschungsarbeit: Blasmusik und Ehrenamt in Baden-Württemberg

Blasmusik und Ehrenamt in Baden-Württemberg

Eine Analyse im Spiegel der Gesellschaft

SOCIALIA – Studienreihe soziologische Forschungsergebnisse, Band 143

Hamburg 2016, 262 Seiten
ISBN 978-3-8300-9090-8 (Print), ISBN 978-3-339-09090-4 (eBook)

Baden-Württemberg, Bläsermusik, Blasmusik, Ehrenamt, Gesellschaft, Historie, Individualisierung, Laienmusizieren, Musik, Musikpraxis, Musikwissenschaft, Sozialforschung, Sozialwissenschaft, Ulrich Beck

Zum Inhalt

Für den deutschen Philologen Friedrich Nietzsche bildeten die Künste oftmals die Grundlage seines philosophischen Denkens. Insbesondere durch seine intensiven Auseinandersetzungen mit der Musik konnte er sich ein detailliertes Bild der Musiker seiner Zeit verschaffen. Er kommt zu dem Entschluss: „Die guten Musiker sind alle Einsiedler und außer der Zeit“. Heute, über 100 Jahre später, scheint sich das Bild des Musikers jedoch deutlich verändert zu haben. Allein in Deutschland engagierten sich im Jahr 2013/14 über 3,7 Millionen Musikerinnen und Musiker in den verschiedenen instrumentalen und vokalen Verbänden im Bereich des Laienmusizierens. Von dem Bild des unerwünschten Einsiedlers kann somit aktuell nicht mehr gesprochen werden – ganz im Gegenteil. Das Laienmusizieren gilt heute als eine der größten Bewegungen des bürgerlichen Engagements in Deutschland. Es bildet nicht nur den kulturellen Ausgleich zur Globalisierung, sondern stellt in einer demokratischen Gesellschaft neben Staat und Wirtschaft auch die dritte Schlüsselinstitution der Zivilgesellschaft dar. In Baden-Württemberg genießt die Blasmusik mit über 170.000 aktiven Musikerinnen und Musikern einen hohen kulturellen Stellenwert im Bereich des Laienmusizierens. Durch gesellschaftliche Veränderungen und politische Entscheidungen muss sich dieser Musikbereich jedoch immer wieder neuen Herausforderungen stellen und um seinen Stellenwert und seine Existenz innerhalb der Gesellschaft kämpfen. Kleinere und autonome Musikvereinigungen im ländlichen Raum leiden in besonderem Maße an der inzwischen als selbstverständlich erachteten beruflichen Mobilität, Weiterqualifizierung und diversen gesellschaftlichen Zwängen. Bedeutet dies das Ende der Blasmusik? Wird sie vom gesellschaftlichen Wandel abgehängt und mehr und mehr zum Relikt längst vergangener Tage? Ist die Ausführung eines Ehrenamtes nur ein Hindernis im Streben nach beruflichem Erfolg? Fragen wie diese bilden den Hintergrund dieser empirischen Untersuchung.

Link des Autors

Sebastian Bernauer - Musik & Pädagogik

    

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