Forschungsarbeit: Rentenverkäufe der Stadt Nürnberg während des 15. und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts

Rentenverkäufe der Stadt Nürnberg während des 15. und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts

Schriften zur Sozial- und Wirtschafts­geschichte, Band 28

Hamburg 2016, 268 Seiten
ISBN 978-3-8300-8979-7

15. Jahrhundert, 16. Jahrhundert, Finanzgeschichte, Haushaltswesen, Kaufleute, Leibrente, Nürnberg, Rentenverkäufe, Stadtgeschichte, Wirtschaftsgeschichte

Zum Inhalt

Analysiert werden die Rentenverkäufe des Handels- und Produktions­zentrums Nürnberg während des 15. sowie der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts; unter diesen sind die Ewigrentenveräußerungen wesentlich besser belegt als die von Leibrenten, welche ohnehin spätestens nach der Mitte des 15. Jahrhunderts deutlich an Bedeutung verloren. Sichtbar werden erhebliche Veränderungen in der städtischen Finanzpolitik, und von einer solchen lässt sich zumindest in Ansätzen sprechen, sowie der Einnahmengestaltung, denn seit dem Ende des 15. Jahrhunderts lässt sich ein Überwiegen von Steuereinkünften konstatieren, während die Kredit­aufnahmen durchgängig an Bedeutung verloren, die Stadt deren Konditionen beeinflussen konnte. Dieser Prozess verdeutlicht, dass die Beteiligten durchaus bereit waren, pfadgebundenes Handeln aufzugeben, neue Schwerpunkte zu setzen.

Der Autor differenziert zunächst nach innerstädtischen sowie auswärtigen Rentenbeziehern, die innerstädtischen ihrerseits untergliedert in Mitglieder der mit dem Tanzstatut festgeschrieben ratsfähigen Familien, dem nach­maligen Patriziat, in städtische Bedienstete, Gelehrte, Handwerker, Kauf­leute, Kleriker und geistliche Institute sowie vormundschaftliche Erwerbun­gen und Stiftungen; allerdings ist eine solche Einordnung angesichts der zu diesem Zweck dünnen Nürnberger Überlieferung nicht immer eindeutig möglich. Bei den Auswärtigen erfolgt eine Differenzierung nach ihren Herkunftsgebieten, und die Überlieferung zeigt im Gegensatz zu anderen Städten eine ausgesprochen breite räumliche Streuung dieser; in ihrer Mehrheit handelte es sich um Kaufleute oder deren Familienmitglieder. Allerdings spielten Finanzbeziehungen zum hansischen Bereich nur eine marginale Rolle, was wiederum eine Regionalisierung der Finanzmärkte im Reich unterstreicht.

Abschließend werden die für Nürnberg gewonnenen Erkenntnisse mit denen anderer Städte verglichen, soweit dies aufgrund der Literatur möglich ist.



Informationen über das Veröffentlichen wissenschaftlicher Arbeiten.

nach oben