Doktorarbeit: „Zeitschaften“ – Zur Inszenierung von Erinnerung, Identität und Selbstbehauptung in Ruth Klügers autobiografischen Werken

„Zeitschaften“ – Zur Inszenierung von Erinnerung, Identität und Selbstbehauptung in Ruth Klügers autobiografischen Werken

POETICA – Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 153

Hamburg 2018, 334 Seiten
ISBN 978-3-8300-8822-6 (Print & eBook)

Autobiografie, Cordelia Edvardson, Erinnerung, Feminismus, Fiktion, Gedichte, Germanistik, Holocaust, Identität, Literaturwissenschaft, Ruth Klüger, Selbstbehauptung, Überlebende

Zum Inhalt

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Den autobiographischen Texten Ruth Klügers kommt innerhalb der deutschsprachigen Literatur eine besondere Stellung zu. Schilderungen von Verfolgung, Holocaust und Exil werden darin verbunden mit Betrachtungen zu Möglichkeiten und Grenzen autobiographischen Schreibens und mit Reflexionen zu der darin eingenommenen weiblich-jüdischen Perspektive.

Mit weiter leben, Still Alive und unterwegs verloren widmet sich die Untersuchung einem Korpus aus drei autobiografischen Texten von Ruth Klüger. Die Studie ist auf der Ansicht begründet, dass Klügers Werke in ihrer Gesamtheit zu betrachten sind, um das autobiografische Identitätsprojekt der Autorin als solches begreifen zu können.

Neu ist daher der monografische Zugriff, ebenso befasst sich die Studie mit den in den Autobiografien enthaltenen Gedichten und den wissenschaftlichen Publikationen der auch als Germanistin tätigen Autorin. Neu ist auch der zum Teil angewendete komparatistische Blick, der Klügers Autobiografien mit denen anderer Shoah-Überlebender korreliert. Die Untersuchung setzt sich aus folgenden Schwerpunkten zusammen:
Welchen selbstreflexiven Zugang wählt Ruth Klüger in ihren autobiografischen Texten, um sich mit Erinnerung und Identität auseinanderzusetzen? Als Schlüsselbegriffe im Werk Klügers identifiziert die Studie „Zeitschaft“, einen von Klüger geschaffenem Neologismus, „Gespenster“ als plastische Formen unwillkürlichen Erinnerns sowie Erinnerung und Identität.

Es wird der These nachgegangen, dass Klüger das literarische Medium der Autobiografie neu nutzt, um ihren Erinnerungen eine bestimmte Form der ästhetischen Inszenierung zu verleihen, etwa durch die Verwendung performativer Elemente.

Diese stark betonte Form der Selbstbehauptung findet ihren Ausdruck u.a. durch eine Klügers Gesamtwerk prägende jüdisch-feministische Sichtweise, die eine spezifische Betrachtung der Shoah ermöglicht. Diese gilt es darzulegen und einzuordnen, um aufzuzeigen, welche Strukturen Klügers Werke durchziehen.

Die Untersuchung widmet sich Klügers Gedichten, die in der Forschung bislang vernachlässigt wurden, durch eine genaue Textanaylse. Die in allen drei Autobiografien enthaltenen Gedichte leisten einen erheblichen Beitrag zur literarischen Erinnerungsarbeit.



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