Dissertation: Erklärungsansätze für die Krisenresistenz der australischen Banken

Erklärungsansätze für die Krisenresistenz der australischen Banken

Studienreihe Volkswirtschaften der Welt, Band 28

Hamburg 2015, 344 Seiten
ISBN 978-3-8300-8348-1

Australien, Bankenaufsicht, Bankensystem, Finanzkrise, Finanzmarktkrise, Geschäftsmodell, Kreditvergabe, Makroökonomisches Umfeld, Regulierung, Stabilität, Systemrelevanz

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Die Auswirkungen der im Jahr 2007 einsetzenden Finanzkrise lassen sich in nahezu allen Industriestaaten weltweit dokumentieren. Gleichwohl ist das Ausmaß der Verwerfungen in den nationalen Bankensystemen sehr unterschiedlich. Patrick Brämer belegt, dass insbesondere die Kreditwirtschaft Australiens eine sehr ausgeprägte Krisenresistenz aufweist. Im Verlauf der globalen Krise charakterisiert sich der australische Bankensektor nicht nur durch eine stabile Gewinnsituation, robuste Eigenkapitalquoten und niedrige Kreditausfallraten. Das Land ist darüber hinaus das einzige OECD-Mitglied, in dem die realwirtschaftlichen Konsequenzen der Finanzkrise keine Rezession herbeigeführt haben.

Was erklärt die Stabilität von Bankensystemen – im Allgemeinen und im konkreten australischen Exempel?

Schon vor der Beantwortung dieser Forschungsfrage hebt sich das Buch vom Großteil der einschlägigen Literatur ab, da der Stabilitätsbegriff nicht nur verwendet und quantifiziert, sondern vorab auch gewissenhaft definiert wird. Zur Adressierung der zentralen Fragestellung untersucht Patrick Brämer anschließend fünf potentielle Determinanten der Bankenmarkt-Stabilität: das makroökonomische Umfeld des Bankensektors, dessen Struktur, die Systemrelevanz von Großbanken, die Regulierungsaktivität sowie das Geschäftsmodell der Kreditinstitute.

In jedem dieser fünf Kapitel wird zunächst versucht, einen allgemeinen (länderunabhängigen) Zusammenhang zu ergründen, bevor eine konkrete Evaluation der australischen Gegebenheiten erfolgt. Zumeist berufen sich die entsprechenden Ausführungen sowohl auf ein theoretisches Konzept, respektive einen in der Literatur gemeinhin anerkannten Zusammenhang, als auch auf eine empirische Auswertung, um zu einer finalen Beurteilung der Stabilitätswirkung zu gelangen.

Die Motivation des Buches liegt in der überdurchschnittlichen Krisenresistenz des australischen Bankensystems. Die theoretischen und empirischen Analysen betrachten das System jedoch stets im internationalen Kontext, um letztlich generelle Schlussfolgerungen für die Stabilität von Bankenmärkten ableiten zu können.

Das Buch richtet sich damit an Akademiker und Praktiker aus dem Bereich der Finanzmarktanalyse. Durch den vorwiegend australischen Kontext erhält der Leser dabei eine durchaus ungewohnte, aber zweifellos lehrreiche Perspektive.



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