Habilitationsschrift: Väter der Nation – Die griechisch-katholische Geistlichkeit im Nationalisierungsprozess der galizischen Ruthenen (1867–1918)

Väter der Nation –
Die griechisch-katholische Geistlichkeit im Nationalisierungsprozess der galizischen Ruthenen (1867–1918)

Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit, Band 85

Hamburg , 388 Seiten

ISBN 978-3-8300-8338-2 (Print)
ISBN 978-3-339-08338-8 (eBook)

Zum Inhalt

Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur neueren historischen Forschung über die gegenseitige Einflussnahme von Kirche und Nation im 19. und 20. Jahrhundert. Ausgangspunkt und zugleich zentrale Achse der Betrachtung ist die griechisch-katholische Kirche in Galizien, die für ein Modell steht, das beispielhaft ist für die Positionierung von Religion zum damaligen Nationalisierungsprozess.

Das Werk basiert auf zwei grundlegenden Themenbereichen: Zum Einen geht es um die Erläuterung der national-politischen Grundkonzeptionen der Russophilen und der Ukrainophilen sowie deren Haltung zur religiösen Tradition, zu liturgischen Symbolen und zur sakralen Sprache; zum Zweiten um die Rolle der unierten Kirche im Modernisierungsprozess sowie um den Bedeutungswandel der Religion im Zusammenhang mit der Säkularisierung des 19. Jahrhunderts.

In der Studie ist besonders die gründliche Analyse zweier Strömungen gelungen: der ukrainophilen und der russophilen. Zu diesem Zweck wurden die präzisen terminologischen Grundlagen (ruthenisch, altruthenisch, rusynisch, russynisch, ukrainisch, russophil, moskalophil) herausgearbeitet, die für das Verständnis der damaligen komplizierten galizischen Wirklichkeit notwendig sind. Es gibt nur wenige historische Abhandlungen, die mit Erfolg versuchen, die Genese sowie die wechselseitigen Beziehungen zwischen den konkurierenden Fraktionen der Russophilen und der Ukrainophilen aufzuhellen. Diese Monographie gehört mit Sicherheit dazu.

Pionierarbeit leistet die Verfasserin auch, indem sie einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Ursache und Wirkung der Konversionen in Galizien beisteuert. Geordnet und belegt stellt sie die Phänomene der Konversionen dar und analysiert mit Erfolg Ihre Bedeutung/Instrumentalisierung für den Nationalisierungsprozess der galizischen Ruthenen.

Beachtenswert ist überdies das Bemühen, dicht an der Primärliteratur zu arbeiten, die aus den Archiven und Bibliotheken von Lemberg, Przemysl, Warschau und Wien stammt. So stellt die Bearbeitung allein schon durch das Quellenangebot für sich einen großen Wert dar.

Die Monographie gehört zu den fundierten, für den internationalen Forschungsstand äußerst wichtigen und gelungenen Abhandlungen.

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