Dissertation: Verrechnungspreise zur Koordination und zur steuerlichen Erfolgsabgrenzung

Verrechnungspreise zur Koordination und zur steuerlichen Erfolgsabgrenzung

Der Koordinationspreis als angemessener Preis für die steuerliche Erfolgsabgrenzung

Betriebswirtschaftliche Steuerlehre in Forschung und Praxis, Band 100

Hamburg 2015, 362 Seiten
ISBN 978-3-8300-8309-2 (Print & eBook)

Denzentralisierung, Fremdvergleich, Koordinationsfunktion, Rechnungswesen, Steuerlehre, Unternehmensbesteuerung, Unvollständige Verträge, Verrechungspreise

Zum Inhalt

Grenzüberschreitend tätige Unternehmen müssen ihren Erfolg für Zwecke der Besteuerung auf ihre Teileinheiten aufteilen. Für diesen als Erfolgsabgrenzung bezeichneten Vorgang, hat sich das Prinzip der selbständigen Einheit in Verbindung mit dem Fremdvergleichsgrundsatz durchgesetzt. Die Preise für die intern ausgetauschten Lieferungen und Leistungen, die sogenannten Verrechnungspreise, sind deshalb so zu bilden, als ob der Leistungsaustausch unter unabhängigen Unternehmen stattgefunden hätte. In der Praxis bereitet die Anwendung des Fremdvergleichs aber Probleme, weil unternehmensinterne Transaktionen nicht mit Transaktionen zwischen fremden Dritten vergleichbar sind, oder weil es an Vergleichsdaten mangelt. Verrechnungspreise werden aber auch zur Steuerung dezentral organisierter Teileinheiten verwendet (Koordinationspreis). Die Unternehmensteile verhalten sich dann wie fremde Dritte. Vor diesem Hintergrund greift der Autor die Frage auf, ob der Koordinationspreis auch für die steuerliche Erfolgsabgrenzung verwendet werden kann.

Die vom Autor aufgeworfene Frage wird anhand eines ökonomischen Modells beantwortet. Grundlage des Modells ist zum einen der neoklassische Ansatz. Im Rahmen dieses Ansatzes besteht regelmäßig ein Konflikt zwischen den Verrechnungspreisfunktionen. Der neoklassische Ansatz eignet sich aber nur unzureichend für die Beantwortung der Ausgangsfrage. Der Autor legt der Analyse deshalb den aus der Vertragsökonomie stammenden Ansatz unvollständiger Verträge zugrunde. Im Lichte dieses Ansatzes mildert sich der ansonsten zwischen den Funktionen bestehende Konflikt. Folglich kann man dem Fremdvergleich den Koordinationspreis zugrunde legen und das Problem unvergleichbarer Transaktionen oder mangelnder Fremdvergleichsdaten umgehen. Ergänzend zeigt der Autor, wie sich der theoretische Ansatz des Modells mit der praktischen Anwendung des Fremdvergleichs verbindet.



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