Forschungsarbeit: Sufismus – Eine religionswissenschaftliche Untersuchung zur Entstehung der islamischen Mystik

Sufismus – Eine religionswissenschaftliche Untersuchung zur Entstehung der islamischen Mystik

Askese, Dhikr, Gottesliebe, Heiligenwunder, Maulidprozessionen, Musik hören, Mystik, Scharia, Seele (Nafs), Sufilehre, Sufiorden, Sufismus, Symbolik

Zum Inhalt

Die Bezeichnungen „ṣūfī“ oder „taṣawwūf“ und seine Wurzelbuchstaben kommen weder im Koran vor noch waren sie in der ersten Epoche des Islam bekannt. Darauf beziehen sich die Kritiker/innen des Sufismus, vor allem „fundamentalistische Gruppen“, die dieses Phänomen als „bid ̒a“, ketzerische Neuerung, betrachten, mit dem Argument, es sei auf fremde Religionen oder Philosophien zurückzuführen. Dieses Buch als eine religionswissenschaftliche Untersuchung befasst sich mit dem Thema der Entstehung und Verbreitung der islamischen Mystik unter besonderer Berücksichtigung der Quellen von möglichen, auf dieses geistig-spirituelle Phänomen von außen einwirkenden, Einflüssen. Das Buch setzt sich unter anderem mit folgenden Fragen kritisch auseinander: Welche sind diese fremden Wurzeln, die eine Ähnlichkeit mit einigen sufischen Richtungen aufweisen, so dass man den „Sufismus“ auf sie zurückführen könnte? Und welcher Art sind die Gemeinsamkeiten zwischen diesen Religionen oder Philosophien einerseits und einiger sufischen Erscheinungsformen andererseits? Und inwiefern könnten diese Gemeinsamkeiten – wenn es sie überhaupt gibt – als Argument dafür gelten, dass der Sufismus insgesamt aus fremden Wurzeln stammt? Die wesentlichen Elemente der Sufilehre, der Sufiorden und die mystische Sprache und Symbolik werden vor dem Hintergrund der islamischen Kultur erörtert.

Fazit: Der Entstehungskeim der islamischen Mystik muss die islamische Glaubenslehre gewesen sein, nämlich der Koran und die Sunna des Propheten, aus der die Weltentsagung der späteren Asketen hervorging und auf der sich der Sufismus gründete. Betont werden muss, dass der Sufismus in seiner Eigenschaft als Reaktion auf die Methodologie der Theologen, die den Islam auf Gebote und Verbote reduziert und dabei die Seite des Seelischen als Wurzel des Handelns vernachlässigt haben, im Allgemeinen entstanden ist. Dies bedeutet nicht, dass die Sufis nicht schariakonform handeln, sondern dass sie zwischen Scharia, dem islamischen Religionsgesetz, als das Äußere der Erkenntnis und ma ̒rifa, der Erkenntnis Gottes, als das Innere der Scharia unterscheiden. In diesem Sinne bedeutet Scharia Gottes Gebote und Verbote einzuhalten, während die Erkenntnis für den/die Gläubige/n ein Befehl ist, Gott zu schauen.

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