Doktorarbeit: Die Symbiose von Kirche und Stadt im Spätmittelalter

Die Symbiose von Kirche und Stadt im Spätmittelalter

Das bürgerliche Gemeinschafts­bewusstsein und Stiftungen an die Pfarrkirchen in der Reichsstadt Nürnberg

Studien zur Geschichts­forschung des Mittel­alters, Band 31

Hamburg 2014, 234 Seiten
ISBN 978-3-8300-8159-3

Geschichte, Kirchengeschichte, Mentalitätsgeschichte, Mittelalter, Nürnberg, Pfarrkirche, Sozialgeschichte, Spätmittelalter, Spätmittelalterliche Stadt, Stadtgeschichte, Stadt und Kirche, Stiftung

Zum Inhalt

deutsch | english

Das Buch wählt die Reichsstadt Nürnberg im Spätmittelalter als Unter­suchungsgegenstand aus und behandelt zwei große Themenkomplexe. Der eine ist die Symbiose von Kirchen und Stadt (betr. Kap. II und Kap. III)“. Dies bildet die Grundlage für weitere Untersuchungen der Arbeit. Die andere ist das bürgerliche Gemeinschaftsbewusstsein, das anhand von Stiftungen von Bürgern an die Kirche erörtert wird (betr. Kap. IV).

Lange Zeit wurde die mittelalterliche stadtgeschichtliche Forschung in Deutschland von „Konfliktmodell“ beherrscht. Tatsächlich war aber die Kirche ein Mittelpunkt der aus religiösen, politischen, ökonomischen und sozialen Elementen zusammengesetzten Lebenswelt. Bernd Moeller kennzeichnet die spätmittelalterliche Bürgerschaft als corpus christianum im Kleinen. In den Städten vereinigten sich Bürgergemeinde und Kirchengemeinde, aufgrund dessen sich die städtische Gemeinschaft für die Verwirklichung des Heils verantwortlich fühlte. Die Autorin richtet ihre Aufmerksamkeit auf diesen symbiotischen Zusammenhang zwischen Stadt und Kirche. Kap. II beleuchtet soziale Wirklichkeiten von Rolle der Pfarrer für die Stadt. Kap. III beschäftigt sich mit Tätigkeiten von den Laien-Kirchenpflegern.

Die mittelalterliche Kirche bildete einen „Raum“, an dem sich die Menschen versammelten. Aus diesem Grund werden in Kap. IV die damalige gesamte Stadtgesellschaft und das bürgerliche Gemeinschafts­bewusstsein mit Stiftungen von Bürgern an die Kirche in Verbindung gebracht: von Heiligenstatuen, Epitaphien, Totenschilden, Glasfenstern, dem Sebaldusgrab, dem Sakramentshaus, dem Englischen Gruß und dem Salve Regina. Zentrales Ergebnis in diesem Kapitel zeigt, dass das spätmittelalterliche bürgerliche Gemeinschaftsbewusstsein zwei Seiten hatte. Die eine ist das Zugehörigkeitsbewusstsein zur städtischen Gesellschaft. Die andere ist die Demonstration der Position des Stifters in der städtischen Gesellschaft. Aber fast alle Stiftungen können zugleich diese zwei Seiten charakterisieren, wie die Vorder- und Rückseite einer Medaille.



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