Dissertation: Die Rückwirkungen der kastilisch-portugiesischen Expansion auf die Ausbildung von nationalen Identitäten im 19. und 20. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel

Die Rückwirkungen der kastilisch-portugiesischen Expansion auf die Ausbildung von nationalen Identitäten im 19. und 20. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel

Studien zur Geschichtsforschung der Neuzeit, Band 83

Hamburg 2014, 310 Seiten
ISBN 978-3-8300-7917-0 (Print & eBook)

19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, Christoph Kolumbus, Expansionsgeschichte, Heinrich der Seefahrer, Hernán Cortéz, Imagined Communities, Jenrónimos-Kloster, Kollektive Identität, lieux de memoire, Luis de Camões, Manuelinik, Nationale Identität, Vasco da Gama

Zum Inhalt

Die Namen von Christoph Kolumbus und Vasco da Gama stellen sicherlich den Klimax am Beginn der Neueren Europäischen Geschichte dar. Sowohl die „europäische Entdeckung“ der karibischen Inselwelt durch den in kastilischem Auftrag segelnden Seefahrer aus Genua, als auch die Eröffnung des Seewegs nach Indien durch die Portugiesen läuteten einen der außergewöhnlichsten Abschnitte der europäischen Geschichte ein.

Von besonderer Bedeutung war diese geschichtliche Epoche natürlich für die beiden Heimatländer der europäischen Expansion auf der Iberischen Halbinsel, Portugal und Kastilien. Die Erinnerung an jene Zeiten, in denen portugiesische und kastilische Seefahrer das Fundament für die weltführende Position der iberischen Mächte schufen, wirkt bis in die Gegenwart nach.

Der Autor untersucht, welche Rolle die historische Epoche der Expansionsgeschichte für das kollektive Gedächtnis der Bevölkerung der Iberischen Halbinsel spielte, wie es sich besonders im 19. und 20. Jahrhundert herausbildete, und wie dieses Gedächtnis schließlich zur Ausbildung von nationalen Identitäten beitragen konnte.

Dies erfolgt mit Hilfe der Analyse auf drei unterschiedlichen Feldern. Zunächst einmal wird untersucht, wie zwei zeitgenössische Dichter, namentlich Lu?s de Cames in seinem Epos Os Lusiadas und Alonso de Ercilla y Zúñiga in seinem Werk La Araucana, die Ereignisse der Expansion literarisch verarbeitet haben und wie die zitierten literarischen Werke in den nachfolgenden Jahrhunderten von breiten Volksmassen rezipiert werden konnten. Zum Zweiten arbeitet der Autor heraus, wie sich in Portugal und Spanien befindliche Monumente und Bauwerke, die die iberische Expansionsgeschichte zum Thema haben, letztere in die Öffentlichkeit projizieren konnten. Schließlich werden die in den geschichtsrelevanten Schulfächern verwendeten Lehrbücher Portugals und Spaniens der letzten zwei Jahrhunderte kritisch unter die Lupe genommen. Abgerundet werden diese Beobachtungen durch zwei kleine Exkurse der Identitätsanalyse, wovon einer sich ein Open-Air-Museum zum Ziel gesetzt hat, der andere eine literarische Publikation. Die Ergebnisse der Beobachtungen auf den oben genannten Feldern helfen, aussagekräftig zu beantworten, ob sich in der Erinnerung an die Expansionsgeschichte wichtige Bausteine für die iberische nationale Identitätsbildung finden lassen.



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