Forschungsarbeit: Der Mensch und das Pferd

Der Mensch und das Pferd

Zur Geschichte und Gegenwart einer Mensch-Tier-Beziehung

Schriften zur Kulturwissenschaft, Band 108

Hamburg 2014, 524 Seiten
ISBN 978-3-8300-7856-2 (Print & eBook)

Anthropologie, Ausnutzung von Tieren, Evolution des technischen Zeitalters, Kriegspferde, Kulturelle Evolution, Kulturgeschichte, Kultursoziologie, Mensch und Pferd, Mensch und Tier, Nutzung des Pferds, Pferdesport, Reiterkrieger, Streitwagenkrieger, Tierschutz

Zum Inhalt

Der Autor beschreibt das prinzipielle Verhältnis von Mensch und Pferd sowie den historischen Verlauf dieser Beziehung. Das Buch will zum kritischen Nachdenken über die Beziehung von Mensch und Pferd und speziell über die Nutzung des Pferdes unter dem Sattel anregen.

Die anthropologisch und kultursoziologisch orientierte Untersuchung geht von der Evolution des Pferdes aus, beschreibt die Domestikation als Bemächtigung des Menschen über das Pferd und skizziert die verschiedenen Modi der Nutzung des Pferdes: Das Pferd als Opfer-Mahl-Zeit-Tier, als Transportkraft, als Hilfsmittel im Krieg vor dem Streitwagen und unter dem Sattel, schließlich als Partner im Sport zur Erweiterung, Steigerung und Vertiefung des menschlichen Daseins. Den Aufwand, den der Mensch für die Spezialnutzung des Pferdes betrieb, dokumentieren die zu diesem Zweck entwickelten Hilfsmittel: Halfter und Gebisse, Wagen, Sättel und Steigbügel, Panzer, Hufeisen und Sporen.

Der Autor erörtert die Erlebnis-, Motivations- und Handlungsbereitschaften des Menschen, die zur Nutzung des Pferdes animierten und die in der Beziehung zum Pferd bestärkt und akzentuiert wurden. Über die konkreten Modi der Nutzung wie über die Intensivierung der Erlebnis-, Motivations- und Handlungsstrukturen prägte die als „Biozönose“ verstandene Assoziation von Mensch und Pferd die Kultur des homo sapiens.

Eingehend expliziert der Autor die Entfaltung, Ausweitung und Durchsetzung der Interessen des Menschen bei der Nutzung des Pferdes. Gegen gängige Vorurteile stellt er mit dem Rekurs auf die Aussagen der Veterinärmedizin die Belastungen des Equiden dar. Er macht die Nutzung des Pferdes somit nicht nur als einen bedeutenden kulturhistorischen Faktor, sondern auch als ein unter anderem moralisch relevantes Phänomen deutlich.

Zum Autor

Heinz Meyer, geboren 1936, studierte Philosophie, Psychologie, Soziologie und Vergleichende Religionswissenschaft. Das psychologische Studium schloß er mit dem Diplom, das soziologische mit der Promotion ab. Nach der Habilitation in der Disziplin Soziologie lehrte er als Professor für Soziologie in Aachen und Wuppertal. Er veröffentlichte Bücher zu wissenschaftstheoretischen, philosophischen, kulturanthropologischen, psychologischen und kunsttheoretischen Themen, ferner zur Beziehung von Mensch und Tier sowie speziell zur Theorie und zur Praxis des Reitens.



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