Dissertation: Interessen deutscher auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik im südlichen Afrika

Interessen deutscher auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik im südlichen Afrika

Am Beispiel der Sprachförderungsinitiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH)

LINGUA – Fremdsprachenunterricht in Forschung und Praxis, Band 28

Hamburg 2014, 210 Seiten
ISBN 978-3-8300-7820-3 (Print & eBook)

Rezension

[...] plädiert Hoffmann mit guten Gründen für eine Fortsetzung und Weiterentwicklung der PASCH-Initiative. Die Arbeit bietet insgesamt begründete Hypothesen für weiterführende Analysen, die dringend notwendig erscheinen, um PASCH zu stärken und tatsächlich "nachhaltiger" [...] zu machen.

Lutz Köster, in:
Informationen Deutsch als Fremdsprache, Info DaF 2/3 2016

Afrika, DaF, Deutsch als Fremdsprache, Deutsche Kulturpolitik, Pädagogik, PASCH, Politikwissenschaft, Sprachpolitik, Südliches Afrika, Ulrich Ammon

Zum Inhalt

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In seiner Studie untersucht Christian Hoffmann die spezifische Interessen und Motive deutscher auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik im südlichen Afrika. Er liefert eine Analyse der Beweggründe für den jeweiligen Umfang, in dem im Rahmen der auswärtigen Kulturpolitik die verschiedenen Länder der Region des südlichen Afrika gefördert werden. Ausgangspunkt ist dabei die Suche nach einem geeigneten theoretisch-analytischen Instrumentarium, das der Verfasser schließlich bei dem Soziolinguisten Ulrich Ammon und in dessen Kategorisierung der Motive insbesondere sprachbezogener Kulturförderung findet. Um die bei Ammon identifizierten Kategorien für die eigenen Zwecke sinnvoll anwenden zu können, geht Hoffmann ausführlich auf die historischen, politischen, ökonomischen und kulturellen Hintergründe der einzelnen Länder der Region ein. Besondere Aufmerksamkeit gilt den drei zur näheren Analyse ausgewählten Ländern Moçambique, Madagaskar und Südafrika. Die abschließende Anwendung der zu Beginn erläuterten Kategorien der Motive auswärtiger Kultur- und Sprachförderung auf die für jedes einzelne der genannten Länder aufgewendete Fördersumme ergibt, dass es in erster Linie wirtschaftliche Interessen sind, die bei der Prioritätensetzung der auswärtigen Kulturpolitik im Vordergrund stehen, gefolgt von mehreren nachrangigen Motiven wie etwa der Wunsch nach intensiverer politischer und wirtschaftlicher Zusammenarbeit, die Existenz einer deutschsprachigen Minderheit oder auch das Bestehen einer Tradition des Deutschunterrichts im jeweiligen Land. Dass die an den Fördersummen ablesbare Priorisierung einzelner Länder der Region insbesondere ökonomisch orientiert ist, bestätigt auch der Vergleich mit dem jeweiligen Außenhandelsvolumen.

Weiterhin arbeitet der Verfasser in einer größtenteils auf empirischer Forschung aufgebaute Untersuchung heraus, inwieweit die von der auswärtigen Kulturpolitik verfolgten kultur- und bildungspolitischen Ziele tatsächlich erreicht werden. Er greift dabei auf qualitative Methoden zurück, die die „Wirkung“ politischer Maßnahmen aus der subjektiven Sicht von Beteiligten und Experten zu rekonstruieren versuchen. Als kulturpolitische Maßnahme, deren „Wirkung“ überprüft wird, wird die PASCH-Initiative der Bundesregierung identifiziert, die im Wesentlichen darin besteht, ein weltweites Netzwerk von 1000 Partnerschulen zu etablieren, das dazu beitragen soll, das Interesse an Deutschland und der deutschen Sprache in den ausgesuchten Regionen zu fördern und zu entwickeln. Von den im PASCH-Programm selbst formulierten Zielen wird vor allem eines als Hauptziel identifiziert, das es im Folgenden zu überprüfen gilt: Die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland und die Gewinnung der „besten Köpfe“ für Deutschland. Es geht demnach um die Frage, inwieweit die im Rahmen der PASCH-Initiative durchgeführten Maßnahmen einer Förderung der Partnerschulen und des dort angebotenen Deutschunterrichts geeignet sind, das genannte Hauptziel tatsächlich zu erreichen.

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