Doktorarbeit: Griechische Renaissance in Frankreich

Griechische Renaissance in Frankreich

Untersuchungen zum sprachlichen Lehngut

PHILOLOGIA – Sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse, Band 182

Hamburg 2013, 534 Seiten
ISBN 978-3-8300-7504-2 (Print & eBook)

Französisch, Griechisch, Griechische Antike, Lehngut, Lexikographie, Renaissance, Romanistik, Sprachliche Entlehnung

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Die Autorin untersucht das auf das 16. Jahrhundert zurückzuführende griechischstämmige Lehngut, das bis heute Teil des französischen Lexikons ist. Dazu wurde zunächst anhand des PR und des TLF eine Materialbasis erstellt, die insgesamt 977 Einheiten umfasst. Anschließend wurde zu jeder dieser Einheiten unter Zuhilfenahme des FEW, des RobHist und George Liddells und Robert Scotts Greek-English Lexicon ein etymologischer Eintrag entwickelt.

Diese etymologischen Artikel sind in einen kulturhistorischen Zusammenhang gestellt: Ihnen geht ein Überblick über die Geschichte der Entlehnung aus dem Griechischen bis zum Mittelfranzösischen sowie eine Darstellung historischer Eckpunkte des 16. Jahrhunderts voraus; im Hauptteil der Arbeit wird anschließend das griechischstämmige Lehngut in Brunot nachempfundenen thematischen Bereichen aufgeführt, deren Entwicklung im 16. Jahrhundert kurz skizziert wird.

Zusammenfassend kommt die Untersuchung zu folgendem Ergebnis: Mit 224 Einheiten ist der Bereich Medizin und Anatomie für 22,9 % des Lehnguts verantwortlich. Ihm folgen der Bereich, der im 16. Jahrhundert als Philosophie bezeichnet wurde, mit 187 und Sprachbereicherung und Sprachdiskussion mit 160 Einheiten. Religion und Aberglaube tragen 99, Geschichte und Altertumswissenschaft 92, die Mathematischen Wissenschaften 80 und Kunst und Musik 77 Lehnelemente bei. 58 Lexeme lassen sich keinem bestimmten Themenbereich zuordnen und sind daher unter dem Punkt Sonstige aufgeführt.

Als ursächlich für das sprunghafte Ansteigen griechischer Entlehnungen – wie es nur vom 18. Jahrhundert in seinem Ausmaß übertroffen werden sollte – erweist sich nicht allein die Übersetzung der griechischen Autoritäten. Verantwortlich zeichnet vielmehr ein buntes Netz komplex verwobener Faktoren der unterschiedlichsten Ausprägung, das von Humanismus und Renaissance und der mit diesen Begriffen verbundenen grundlegendenden Rückorientierung an der Antike in Kraft gesetzt wurde. Betroffen war von der Entlehnung in erster Linie der Fach- und der gehobene Wortschatz.



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