Dissertation: Jehuda ben Jakob, Hanhagat ha-Beri'ut (Traktat zur Gesundheitslehre)

Jehuda ben Jakob, Hanhagat ha-Beri'ut (Traktat zur Gesundheitslehre)

Kritische Edition, Übersetzung und Kommentar

Schriften zur Medizin­geschichte, Band 4

Hamburg 2013, 280 Seiten
ISBN 978-3-8300-7496-0

Edition, Hebräisch, Humoralpathologie, Jehuda ben Jakob, Judaistik, Jüdische Medizin, Medizingeschichte, Mittelalter, Mittelalterliche Medizin, Regimen sanitatis

Zum Inhalt

deutsch | english

Was muss ich tun, um gesund zu bleiben? – Diese Frage hat Menschen seit jeher beschäftigt. Entsprechend beliebt waren daher seit der Antike Gesundheitsratgeber, die sogenannten Regimina sanitatis. Zu diesem Genre gehört auch der Text des jüdischen Autors Jehuda ben Jakob. Er veranschaulicht beispielhaft, welche Ratschläge die Medizin des Mittelalters den Menschen gab: Vor allem sollten sie ihren Körper im Gleichgewicht halten, indem sie den Grundsätzen der Humoralpathologie folgten. Konkret erläutert der Autor das an den sex res non-naturales, d.h. sechs Bereichen des Lebens, auf deren Gestaltung die Menschen Einfluss nehmen können: den Aufenthaltsort, die Ernährung, das Schlafverhalten, körperliche Bewegung, den Umgang mit Emotionen und die Reinigung des Körpers. Mit der vorliegenden Edition und deutschen Übersetzung wird der hebräische Text erstmals einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine ausführliche Einleitung erschließt die verwendeten Konzepte inhaltlich und bettet das Werk in die Medizingeschichte ein. Es wird deutlich, wie die Medizin des Mittelalters auf der Wissenschaft der Antike aufbaut und welche Wege die Überlieferung von griechischen und römischen Ärzten wie Hippokrates und Galen über den arabischen Kulturraum nach Europa genommen hat. Wie in anderen Bereichen spielten auch hier Juden eine Schlüsselrolle, da sie aufgrund ihrer breiten geographischen Verteilung für den Wissenstransfer zwischen den Kulturen prädestiniert waren. Das spiegelt auch der Weg, den die Überlieferung von Jehuda ben Jakobs Regimen genommen hat – die neun erhaltenen Handschriften belegen nicht nur die Beliebtheit des Werks, sondern auch eine Wanderung quer durch Europa. So vermittelt der Text nicht nur medizinhistorische Einblicke, sondern erlaubt auch interessante Rückschlüsse auf die jüdische Kulturgeschichte des Mittelalters.

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