Dissertation: Der „363 Sale“: Unternehmenskauf unter dem U.S. Bankruptcy Code

Der „363 Sale“:
Unternehmenskauf unter dem U.S. Bankruptcy Code

Eine rechtsvergleichende Untersuchung zum deutschen und amerikanischen Insolvenzrecht

Insolvenzrecht in Forschung und Praxis, Band 77

Hamburg 2013, 230 Seiten
ISBN 978-3-8300-7418-2 (Print & eBook)

363 Sale, Bankruptcy Code, Chapter 11, Distressed M&A, Insolvenzrecht, Rechtsvergleich, Rechtswissenschaft, Übertragende Sanierung, Unternehmenskauf, USA

Zum Inhalt

Lehman Brothers, Chrysler und General Motors – diese drei großen Namen sind heute untrennbar mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre verbunden. Es handelt sich zugleich um die wohl prominentesten Beispiele für ein Verfahren, das Hauptgegenstand dieser Untersuchung ist, der 363 Sale. Als die Lehman Brothers Holdings Inc. Im Jahre 2008 und Chrysler sowie General Motors (GM) im Jahre 2009 einen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 stellten, sorgte dies weltweit für Aufsehen. Schon der ökonomische und politische Hintergrund dieser Fälle bietet Anlass für eine wissenschaftliche Aufarbeitung. Für die Zwecke dieser Untersuchung ist jedoch primär die insolvenzrechtliche Bedeutung dieser, aber auch anderer Fälle, die als 363 Sales bezeichnet werden, von Interesse. Schon im Hinblick auf das Verfahren der Lehman Brothers Holdings Inc. Erweist sich ein Blick auf das U.S.-amerikanische Insolvenzrecht „mehr als lohnenswert“, da allein Größe und Geschwindigkeit dieses Insolvenzverfahrens den deutschen Beobachter „sprachlos“ zurücklassen. Das mit einem Vermögen von 639 Mrd. U.S. Dollar größte Insolvenzverfahren in der U.S.-amerikanischen Rechtsgeschichte wurde am 17. September 2008 mit einem Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 eingeleitet. Ganze zwei Tage später stimmte das Insolvenzgericht der Veräußerung ihrer Börsenmaklertochter an der Wall Street, der Lehman Brothers Inc., zu einem Verkaufspreis von rund 5,7 Mrd. U.S. Dollar zu. Zehn Tage nach Verfahrenseinleitung war der Hauptteil ihrer weltweiten Tochtergesellschaften veräußert. Nicht ganz so schnell, aber immerhin gut einen Monat nach Einleitung eines Chapter- 11-Verfahrens, stimmten die Gerichte der Veräußerung von Chrysler und General Motors zu. Schon die Geschwindigkeit, mit der die Veräußerung in allen drei Fällen vorgenommen wurde, lässt vermuten, dass es sich hier um kein gewöhnliches Chapter-11-Verfahren gehandelt haben kann, zumal mit dem Begriff des Chapter 11 überwiegend eine Reorganisation des Unternehmensträgers assoziiert wird, die sich über einen Zeitraum von bis zu mehreren Jahre erstrecken kann.



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