Dissertation: Möglichkeiten und Grenzen der Anreizregulierung in Deutschland

Möglichkeiten und Grenzen der Anreizregulierung in Deutschland

Eine Untersuchung am Beispiel der Stromnetze

Wirtschaftspolitik in Forschung und Praxis, Band 66

Hamburg , 380 Seiten

ISBN 978-3-8300-7317-8 (Print)

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Elektrischer Strom ist für die Industriegesellschaften von existenzieller Bedeutung. Dies gilt daher auch für die für den Transport nötigen Stromnetze. Durch die geplante sogenannte Energiewende wird deren Bedeutung noch zunehmen, da die vorhandenen Leitungen nicht für eine dezentrale Energieversorgung ausgelegt sind. Allerdings stellt der leitungsgebundene Stromtransport ein natürliches Monopol dar: Ein Anbieter kann das Stromnetz zu geringeren Kosten betreiben als dies einer Kombination von Anbietern möglich wäre. Dies ist auf die hohen Investitionsausgaben zurückzuführen, die notwendig sind, um ein Stromnetz zu errichten. Da diese Investitionen zudem nicht reversibel sind, besteht für einen Stromnetzbetreiber grundsätzlich die Möglichkeit Monopolrenten zu erwirtschaften.

Um ein derartiges wohlfahrtsschädigendes Verhalten zu verhindern, wird der Betrieb von Stromnetzen reguliert. In Deutschland übernimmt diese wichtige Aufgabe die Bundesnetzagentur. Seit dem 1. Januar 2009 erfolgt die Regulierung mittels einer sogenannten Anreizregulierung. Dieses Regulierungsverfahren hat neben dem Vermeiden von Monopolrenten auch zum Ziel, Netzbetreibern Anreize zu effizientem Wirtschaften zu geben.

Inwiefern die Ziele der Anreizregulierung in Deutschland erreicht werden, ist Inhalt dieses Buches. Dabei wird die Eignung finanztheoretisch auf Basis eines Kapitalwertkalküls untersucht. Auch bilanzielle Aspekte werden hierbei beleuchtet. Diese Untersuchungen gehen nicht nur auf eine barwertige Eignung ein, sondern überprüfen auch eine periodengerechte Bepreisung des Stromtransportes.

Nach einem einleitenden Überblick zur Notwendigkeit der Regulierung und deren Alternativen stellt der Verfasser die gängigsten Regulierungsverfahren vor. Darauf aufbauend wird die Anreizregulierung in Deutschland ausführlich erläutert. Inwiefern die Netznutzungsentgelte periodisch korrekt sind, wird anhand der RRC-Rule von Rogerson überprüft. Deren Mechanik wird daher ebenfalls dargestellt und um einen Effizienzmechanismus erweitert. Es zeigt sich, dass die RRC-Rule regelmäßig andere kalkulatorische Abschreibungen und Kapitalkosten ermittelt, als sie in der deutschen Anreizregulierung vorgesehen werden. Dies gilt grundsätzlich sowohl für Alt- als auch für Neuanlagen. Darüber hinaus wird auf die Verzinsung von Grundstücken, immaterieller Vermögenswerte und die sogenannten doppelte Eigenkapitallimitierung eingegangen. Analysen des Effizienzmechanismus und der Anpassungen des Erlöspfades, insbesondere aufgrund von Neuinvestitionen bilden den Abschluss.

Das Buch legt einen Schwerpunkt auf ökonomische Aspekte. Der Thematik entsprechend, werden aber auch rechtliche Hintergründe und Argumente einbezogen.

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