Dissertation: Akzeptanz von Smart Metering im Kontext intelligenter Energienetze

Akzeptanz von Smart Metering im Kontext intelligenter Energienetze

Identifikation von Akzeptanztreibern und Ableitung praktischer Handlungsempfehlungen

Studien zum Konsumentenverhalten, Band 47

Hamburg , 352 Seiten

ISBN 978-3-8300-6960-7 (Print)
ISBN 978-3-339-06960-3 (eBook)

Zum Inhalt

Das Thema Energieerzeugung und -versorgung wird gegenwärtig eine Dekade nach der Öffnung der Energiemärkte in der deutschen Öffentlichkeit verstärkt diskutiert und erfährt eine große mediale Aufmerksamkeit. Aus Verbrauchersicht konnten nach der Liberalisierung nur kurzzeitig sinkende Energiepreise beobachtet werden – der vorausgesagte Preiskampf blieb allerdings weitestgehend aus. Stattdessen konnte ein kontinuierlicher Preisanstieg für Energieprodukte beobachtet werden. Die derzeitig vorherrschende Dynamik der Energiebranche kann allerdings nicht allein auf steigende Energiepreise reduziert werden. Vielmehr können die Triebkräfte in der Endlichkeit fossiler Energieträger, dem sich abzeichnenden Klimawandel und der Atomkatastrophe von Fukushima sowie dem sich daran anschließenden Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland, begleitet von der steten Diskussion um die Sicherheit der Versorgung, gesehen werden.

Energieversorgungsunternehmen (EVU) und deren Partner werden durch die Entwicklungen auf den Energiemärkten vor gemeinsam zu bewältigende Herausforderungen gestellt. Im Rahmen der Energiewende wird dem Ausbau regenerativer Energieerzeugungsformen Priorität eingeräumt und damit einhergehend die Transformation der Energienetze vom reinen Transport- und Verteilnetz hin zu einem dynamischen Kommunikationsnetz gefordert. Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit bei der Energieversorgung sind die Stützpfeiler einer modernen, von energietechnischen Vorgängen abhängigen Industriegesellschaft. Der bis zum heutigen Tag geltende Grundsatz „die Energieerzeugung folgt der Verwendung“ musste im Zuge der Liberalisierung der Energiemärkte und der daraus folgenden dezentraleren Energieerzeugung sowie durch die sie begleitenden notwendigen Kommunikationsströme entlang der gesamten Wertschöpfungskette grundlegend überdacht werden. Insbesondere die im Rahmen der Energiewende forcierte Nutzung regenerativer Energiequellen erfordert eine effiziente Vernetzung vieler kleiner Kraftwerke, welche u. a. auch den Wandel vom reinen Energiekonsumenten hin zum Energieproduzenten (Prosumer) vorantreibt. Gerade vor dem Hintergrund einer langjährigen Betrachtung des Kunden als Zählpunkt oder anders formuliert als Abrechnungsstelle, muss im Zuge einer Implementierung intelligenter Messsysteme beachtet werden, dass der elementare Funktionsumfang eines Smart Meters das Potential mitbringt, die Beziehung zwischen Versorger und Kunden grundlegend zu verändern: Der Kunde – in der Vergangenheit ein Versorgungsfall mit Zählernummer – wird zum umworbenen Geschäftspartner, der nicht nur Energie abnimmt, sondern im Zuge der Energiewende vermehrt Energie verkauft und in das Netz einspeist.

Intelligente Zählersysteme können durch Bereitstellung einer breiteren Basis von energiebezogenen Daten die kundenseitige Wahrnehmung verändern. Die bisherige Energienutzung kann verglichen werden mit einem Einkauf im Supermarkt, in dem keine Preise ausgezeichnet sind. Die Ware erhält der Kunde sofort, die Rechnung wird allerdings erst nach Monaten zugestellt. Dementsprechend gering ist die Transparenz leitungsgebundener Energieträger. Vor diesem Hintergrund und angesichts einer möglichen Wahrnehmungsänderung durch energiebezogene Daten, welche dazu führen können, den Nutzer für das Thema Energieeffizienz und -einsparungen zu sensibilisieren, sollte ein anbieterseitiges, kundenorientiertes Umdenken erfolgen. Zudem führt die durch intelligente Zähler hervorgerufene Dynamik, im sonst trotz Liberalisierung eher statischen Energiemarkt, zu einer verstärkten Vernetzung der Marktteilnehmer untereinander. Hervorgerufen wird dies durch den verstärkten Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) innerhalb der Energieversorgung. Diese Verschmelzung zwischen IuK-Technologie und dem Energienetz soll schließlich zu einem intelligenten Stromnetz führen – dem sog. Smart Grid.

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