Dissertation: Lebens(ess)welten von Alleinerziehenden

Lebens(ess)welten von Alleinerziehenden

Eine qualitative Studie über sozial benachteiligte allein erziehende Mütter

Schriften zur Ökotrophologie, Band 6

Hamburg 2013, 468 Seiten
ISBN 978-3-8300-6876-1 (Print & eBook)

Alleinerziehende, Bedarfsorientierung, Ernährungsbildung, Familie, Gesundheitsförderung, Informations- & Unterstützungsbedarfe, Lebens(ess)welten, Oecotrophologie, Ökotrophologie, Public Health Nutrition, Qualitative Studie, Schwer erreichbare Zielgruppe, Zielgruppenanalyse

Zum Inhalt

Allein erziehende Mütter stehen unter enormem Druck. Je niedriger der Sozialstatus und je höher die soziale Benachteiligung, desto schwieriger wird es, diesem Druck unter Bedingungen von Armut und prekärem Wohlstand gerecht zu werden. Überforderung und die fehlende Vermittlung von Ressourcen und Alltagskompetenzen können das Resultat sein, welches sich negativ auf die Haushaltsführung und das Gesundheits­verhalten auswirken kann. Hierdurch entstehen in den Lebens(ess)welten erschöpfter Einzelkämpferinnen strukturelle sowie persönliche Versorgungsengpässe.

Die Frage, die diese Forschungsarbeit aufwirft lautet: Welche (Heraus)Forderungen und Chancen ergeben sich hieraus für zukünftige ernährungsbildende Maßnahmen?

Im Zuge eines explorativen Forschungszugangs werden die Lebens(ess)welten sozial benachteiligter allein erziehender Mütter beleuchtet. Qualitative Einzelfalldarstellungen und Fallkontrastierungen im Zuge einer Vergleichsanalyse ermöglichen erstmalig Einblicke in die soziale Wirklichkeit der Mütter. Die Ableitung von Hypothesen in Form von sieben (Heraus)Forderungen runden das qualitative Forschungsdesgin ab.

Die Forschungsarbeit konnte persönliche aber auch strukturelle Versorgungsengpässe in unterschiedlichen Alltagsbereichen der alleinerziehenden Familien ermitteln, wobei es den Müttern weniger an Fähigkeiten und Kapazitäten mangelt, die Mütter sind vielmehr durch strukturelle und ökonomische Parameter herausgefordert ihren Alltag selbstbestimmt zu meistern. Vernetze und bedarfsgerechte verhältnispräventive Interventionsangebote, die ein passgenaues Unterstützungsangebot im Sozialraum gewährleisten, könnten die beschriebene Situation verbessern.

Im Zuge des Diversity Management-Ansatzes können die ermittelten empirischen Daten in der Studie für eine Zielgruppenanalyse verwendet werden. Eine solche Analyse schafft ein umfassendes Verständnis für die Zielgruppe. Diese Analyse stellt den ersten Schritt im Public Health Nutrition Action-Cycle dar, die so genannte Assessment-Phase, d.h. die Erfassung und Analyse der Bedürfnislagen der Mütter. Die Assessment-Phase beinhaltet Informationen und Überlegungen, die notwendig sind, um ein Public Health Nutrition-Problem zu beschreiben und darauf adäquat zu reagieren.

Übertragen auf diese Untersuchung werden Möglichkeiten und Chancen für zukünftige ernährungsbildende Maßnahmen diskutiert.



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