Doktorarbeit: Urteile und Engagementbereitschaften in Zeiten der Finanzmarktkrise

Urteile und Engagementbereitschaften in Zeiten der Finanzmarktkrise

Eine psychologische Untersuchung

Studienreihe psychologische Forschungsergebnisse, Band 169

Hamburg 2013, 306 Seiten
ISBN 978-3-8300-6838-9 (Print & eBook)

Eurokrise, Finanzkrise, Finanzmarktkrise, Finanzmarktstabilisierungsgesetz, Gerechtigkeit, politische Partizipation, Psychologie, Verantwortung, Vertrauen

Zum Inhalt

Mit Blick auf eine langfristige Stabilisierung ist die Finanzmarktkrise nicht nur ein politisches, sondern auch ein psychologisch relevantes Thema. Staatliche Interventionen, wie das Finanzmarktstabilisierungsgesetz (FMStG), werden primär aus wirtschaftlicher Perspektive betrachtet, das subjektive Erleben der Bürger wird eher vernachlässigt. Ziel der Untersuchung ist daher die Ergänzung der ökonomischen Perspektive staatlicher Finanzierungshilfen durch eine psychologische Sichtweise.

Die durchgeführte Untersuchung analysiert erstmalig mit wissenschaftlichen Methoden, welche Urteile in der deutschen Bevölkerung ganz grundsätzlich gegenüber staatlichen Finanzierungshilfen bestehen, aber auch in welchem Ausmaß Engagementbereitschaften zur Unterstützung bzw. Ablehnung staatlicher Finanzierungshilfen ausgeprägt sind. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, welche Motivstrukturen der Beurteilung und den Engagementbereitschaften zugrunde liegen und wie sich Experten und Laien in ihren Urteilen und Engagements unterscheiden. Dabei steht bereits ein breites Spektrum an psychologischer Grundlagenforschung zur Verfügung. Gerade die Erforschung von Gerechtigkeitserleben in verschiedenen Handlungsfeldern erlaubt den Rückgriff auf bereits vorhandenes empirisch gesichertes Wissen über Einstellungen und Engagements von Bürgern.

Die Befunde der Studie zeigen, dass insbesondere das subjektive Gerechtigkeitserleben eine zentrale Rolle bei der Bewertung und der Unterstützung dieser Maßnahmen spielt. Wie sich die Befunde auf politischer Ebene in konkrete Handlungsempfehlungen umsetzen lassen, wird ebenfalls in dem Werk beschrieben. Gerade auch im Hinblick auf die andauernde Finanzkrise im EU-Währungsraum sind die Identifikation zentraler Bewertungskriterien und der Aufbau von Vertrauen in die nationalen und internationalen Finanzmärkte wichtig. Die empirisch-psychologische Forschung kann hier durch die Bereitstellung bedingungsanalytischen Wissens für die Politikberatung einen wichtigen Beitrag leisten. Es gilt zu verhindern, dass hoch kostenintensive Rettungspakete ihre Wirkung verfehlen, weil diese in der Bevölkerung nicht auf Akzeptanz und Zustimmung treffen.



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