Doktorarbeit: Rahmenbedingungen der medialen Kriegsberichterstattung

Rahmenbedingungen der medialen Kriegsberichterstattung

Eine Untersuchung aus rechtshistorischer und medienethischer Sicht

Schriften zum Medienrecht, Band 34

Hamburg 2013, 332 Seiten
ISBN 978-3-8300-6827-3 (Print), ISBN 978-3-339-06827-9 (eBook)

Kommunikationsrecht, Konflikt, Konvergenz der Medien, Krieg, Kriegsberichterstattung, Massenmedien, Medien, Medienethik, Mediengeschichte, Medienrecht, Pressefreiheit, Rechtswissenschaft, Rundfunkfreiheit, Zensur

Zum Inhalt

Den modernen Massenmedien kommt – als sog. Vierte Gewalt – in der Mediengesellschaft eine das Verhalten von Menschen beeinflussende, verändernde und gegebenenfalls lenkende Bedeutung zu, da sie Ereignisse nicht einfach wiedergeben oder abbilden, sondern diese erst erzeugen bzw. hervorbringen und so nolens volens immer auch Teil des Geschehens sind, über das sie berichten.

Für Krisen, Konflikte und Kriege – als Paradebeispiele globaler Medienereignisse – bedeutet dies, dass sie in der massenmedialen Kriegsberichterstattung ihr eigentliches Medium finden. Die „öffentliche Meinung“ über den Krieg liegt damit weitgehend in der Hand der Massenmedien und entsteht keineswegs in der privaten Reflexion von Individuen. Anders formuliert: Kriege existieren nicht unabhängig von der Wahrnehmung ihrer Beobachter, sondern sind das Ergebnis von komplexen und voraussetzungsreichen sozialen Konstruktionsprozessen, so dass die mediale Wirklichkeit eines Krieges auch nicht als Abbild desselben verstanden werden kann.

Verdeutlicht man sich zudem, dass mediale Macht gleichsam reale bzw. staatspolitische Macht bedeutet, erscheint es nicht verwunderlich, dass sich die Massenmedien zu einem „taktischen Mittel“ und „strategischen Faktor“ gewandelt haben. Kriegsberichterstattung kann Kriege legitimieren und delegitimieren. Dadurch vermag sie den Kriegsverlauf selbst zu beein?flussen, indem sie entweder für den nötigen Rückhalt in der Bevölkerung und für politische Unterstützung sorgen kann oder eben dafür, dass beides entzogen wird.

Die Studie widmet sich umfassend und kritisch der Frage, ob sich rechtliche oder außerrechtliche Standards formulieren lassen, die der herausgehobenen Bedeutung der Kriegsberichterstattung gerecht werden und zugleich ihr erhebliches Gefahrenpotential einhegen.



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