Coverabbildung: Forschungsarbeit, „Postkoloniale Erinnerungskultur in der zeitgenössischen deutschsprachigen Afrika-Literatur“ von Constant Kpao Sarè

Postkoloniale Erinnerungskultur in der zeitgenössischen deutschsprachigen Afrika-Literatur

Hamburg , 198 Seiten

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[…] Ein Afrikaner fragt danach, wie koloniale Schuld von Europäern literarisch verarbeitet wird. Er hält der deutschsprachigen Literatur den Spiegel vor. Souverän überblickt er ganze Bibliotheken von Quellen und älterer wie neuester Fachliteratur. Der Schluss ist unerwartet […]
Bea Lundt in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, ZfG 11/2014

Zum Inhalt

Ist die postkoloniale Erinnerungskultur das Waisenkind des kollektiven Gedächtnisses in Europa?

Diese Studie liefert eine aktuelle Bestandsaufnahme der postkolonialen Erinnerungskultur in der zeitgenössischen deutschsprachigen Afrika-Literatur. Seit der Jahrtausendwende ist eine literarische Auseinandersetzung in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu beobachten, die die europäische Kulturgeschichte im Spannungsfeld von Kolonialismus und Postkolonialismus reflektiert.

Im Zentrum stehen Themen wie Entdeckungs- und Forschungsreisen, kolonialer Völkermord, Völkerschauen, die Weltkriege sowie Formen nachkolonialer Gewalt. Diese Narrative bieten ein breites Experimentierfeld für postkoloniale Kulturtheorien – von kultureller Differenz über Grenzüberschreitung und Essentialisierung bis hin zu Fragen des Universalismus und Kulturrelativismus.

Der Autor positioniert sich dabei auch dezidiert zu kulturwissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Diskursen – etwa zur Entwicklungszusammenarbeit, zu Schuldfragen und Entschädigungsdebatten. So entsteht ein neu konfiguriertes postkoloniales Gedächtnis, das nicht nur revisionistische Lesarten offenbart, sondern auch den Spannungsbogen zwischen „figurativer Strategie“ und „Einfühlungsästhetik“ in den behandelten Texten sichtbar macht.

Bibliografische Daten

Autor Constant Kpao Sarè
Titel Postkoloniale Erinnerungskultur in der zeitgenössischen deutschsprachigen Afrika-Literatur
Seiten 198
Erscheinungsjahr 2012
Erscheinungsdatum 01.11.2012
Ort Hamburg
ISBN (Print) 978-3-8300-6810-5
eISBN (eBook) 978-3-339-06810-1
Schriftenreihe Studien zur Germanistik
Band 48

Rezension

[…] Ein Afrikaner fragt danach, wie koloniale Schuld von Europäern literarisch verarbeitet wird. Er hält der deutschsprachigen Literatur den Spiegel vor. Souverän überblickt er ganze Bibliotheken von Quellen und älterer wie neuester Fachliteratur. Der Schluss ist unerwartet versöhnlich […]

[…] die Ästhetisierung, die in den Romanen erfolgt, zeigt (neo)-kolonialistische Selbstherrlichkeit, entwertet andere Ethnien und verschleiert Unrecht, so der eindeutige Befund dieser brillanten Studie. Durch den kundigen „Blick von außen“ lernen die zumeist weißen Lesenden: Historische Phänomene können nur multidimensional unter Beteiligung aller betroffenen Menschen behandelt werden. Gerade weil dies immer noch so selten geschieht, ist dieses Buch besonders wertvoll.
Bea Lundt in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, ZfG 11/2014

Zum Autor

Constant KPAO SARE, Dr. phil.

Studium der deutschen Literatur und Sprache an der „Université Nationale du Bénin“, Universität des Saarlandes (Deutschland) und „Université Paul-Verlaine“ in Metz (Frankreich) sowie der Verwaltungswissenschaften an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer.
Dozent für deutsche Literatur und Kultur am „Département d’Etudes Germaniques“ (DEG) an der Universität Abomey-Calavi in Benin.
Arbeits- und Forschungsgebiete: Deutsche Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Gegenwartsliteratur, Migration und Identität, Postkoloniale Erinnerungskultur.

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