Doktorarbeit: Mediatisierte Partizipationsgenerationen

Mediatisierte Partizipationsgenerationen

Medienpartizipation und IKT-Berufspartizipation türkischer Migrationsgenerationen

Schriften zur Medienwissenschaft, Band 35

Hamburg 2013, 274 Seiten
ISBN 978-3-8300-6775-7 (Print), ISBN 978-3-339-06775-3 (eBook)

Generationen, IKT, Integration, Kommunikations- und Medienwissenschaft, Kulturelle Identität, Kulturelle Vielfalt, Kulturwissenschaft, Medien, Migration, Migrationsforschung, Partizipation, Türkische Diaspora

Zum Inhalt

Im Vordergrund dieser Analyse stehen türkische Migrantinnen und Migranten, die zu verschiedenen Migrationsgenerationen in Deutschland gehören. Der Fokus liegt hierbei auf der Frage, wie sich die türkische Diaspora klassische Massenmedien (Zeitung, Radio, Fernsehen) einerseits und neue Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) andererseits aneignet und wie sich dies auf die kulturelle und ökonomische Partizipation der verschiedenen Migrationsgenerationen auswirkt. Zur Beantwortung dieser Fragestellung wurden zwei qualitative Studien durchgeführt, deren Ergebnisse in diesem Werk präsentiert werden.

Während sich eine erste Teilstudie allgemein mit der Medienaneignung im Migrationsgenerationenvergleich auseinandersetzt, konzentriert sich das zweite Teilprojekt auf den Berufseinstieg von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in die IKT-Branche. Die Ergebnisse der an die Grounded Theory angelehnten Analysen zeigen, dass in Bezug zur Medienaneignung der ersten und zweiten Migrationsgeneration unterschiedliche medienbezogene Praktiken bestehen: Für die erste Migrationsgeneration steht die Medienpraxis der Doppelaneignung im Vordergrund, was die parallele Aneignung von deutschen und türkischen Medien(inhalten) beinhaltet. Die Komplementäraneignung ist für die zweite Migrationsgeneration die zentrale Medienpraxis, denn hierbei werden primär deutsche Medien und deren Inhalte angeeignet, wobei türkische Medien eine Art komplementäres Angebot darstellen. Im Hinblick auf die Partizipationsmöglichkeiten an der deutschen IKT-Berufsbranche wird ebenfalls deutlich, dass der Generationenaspekt eine bedeutende Rolle einnimmt. Wiederum zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten Migrationsgeneration, die sich vor allem darin konkretisieren, dass es sich in dem einen Fall um Bildungsausländer, in dem anderen Fall um Bildungsinländer handelt.

Insgesamt zeigt das Konzept der Migrationsgenerationen, dass die Medienaneignung von türkischen Migranten sehr unterschiedlich verlaufen kann. Hieraus ergibt sich einmal mehr die Konsequenz, dass ein differenzierterer Blick auf die türkische Diaspora in Deutschland geworfen werden muss, als dies vielerorts der Fall ist.



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